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ROUNDUP: Kiew kämpft mit Stromproblemen - Brücke beschädigt

07.11.2026
um 13:46 Uhr

KIEW (dpa-AFX) - Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat nach einem russischen Raketenangriff mit schweren Problemen bei der Stromversorgung zu kämpfen. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, der Stromausfall treffe auch die Versorgung mit Fernwärme und Wasser. Seinen Angaben nach zielte der Angriff auf Energieanlagen im Umland der Hauptstadt und im Nachbargebiet Schytomyr.

Bei dem Angriff wurde auch die Kiewer Nordbrücke über den Fluss Dnipro beschädigt und musste vorläufig gesperrt werden. Klitschko drehte ein kurzes Video auf der Brücke, das Schäden an der Fahrbahn und den Leitplanken zeigt. Seinen Angaben nach sind die Stromleitungen für Oberleitungsbusse abgerissen. Mit den Reparaturen sei bereits begonnen worden.

Die Dreimillionenstadt Kiew wird durch den Dnipro geteilt. Jeder Ausfall der Brücken stört das Leben in der Stadt empfindlich. Klitschko sprach von fünf Verletzten in Kiew.

Russland habe 36 Raketen auf Kiew und das Umland abgefeuert, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken. "Russland bereitet sich auf die Dreiergespräche vor, in dem es mit ballistischen Raketen auf die kritische Infrastruktur schießt", erklärte er. Kommende Woche sollen in Abu Dhabi Gespräche zwischen der Ukraine und Russland unter Vermittlung der USA über einen Ausweg aus dem Krieg stattfinden. Die Aussichten auf einen Durchbruch werden aber von den Kriegsparteien als gering eingeschätzt.

Moskau: Brücke dient ukrainischen Militärtransporten

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau gab zur Begründung des Angriffs auf die Brücke an, sie diene auch ukrainischen Militärtransporten. Prinzipiell ist wichtige Infrastruktur wie Brücken durch das Kriegsvölkerrecht besonders geschützt, das gilt aber nur eingeschränkt, wenn sie militärisch genutzt wird. Der Moskauer Auflistung zufolge wurden auch eine Fabrik für den ukrainischen Marschflugkörper Flamingo, das Kraftwerk von Tripillja südlich von Kiew und ein Umspannwerk im Gebiet Schytomyr attackiert.

In der Gebietshauptstadt Tschernihiw nördlich von Kiew führte der russische Angriff zu einem völligen Stromausfall, wie die Nachrichtenagentur Unian unter Berufung auf die Stadtverwaltung mitteilte. Der ukrainischen Flugabwehr gelang es nach Militärangaben, nachts vier ballistische Raketen sowie 149 von 172 russischen Kampfdrohnen abzuwehren.

Ukrainischer Angriff auf Raffinerie in Saratow

Ihrerseits griff das ukrainische Militär die Ölraffinerie in der russischen Stadt Saratow an der Wolga an. Die Gebietsverwaltung sprach von Schäden an mehreren Wohnhäusern, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Videos in sozialen Netzwerken zeigten Brände auf dem Raffineriegelände. Außerdem wurde Berichten zufolge eine Rüstungsfabrik in Orjol südwestlich von Moskau getroffen.

Die Ukraine verteidigt sich seit 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion./fko/DP/mis