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EQS-News: Crédit Mutuel Asset Management: COP31: Elektrifizierung bedeutet nicht immer Dekarbonisierung (deutsch)

23.10.2026
um 09:05 Uhr

Crédit Mutuel Asset Management: COP31: Elektrifizierung bedeutet nicht immer Dekarbonisierung

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EQS-News: La Française Group / Schlagwort(e): Nachhaltigkeit/Nachhaltigkeit
Crédit Mutuel Asset Management: COP31: Elektrifizierung bedeutet nicht immer
Dekarbonisierung

23.10.2026 / 09:05 CET/CEST
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COP31: Elektrifizierung bedeutet nicht immer Dekarbonisierung

Von Océane Balbinot-Viale, Credit und ESG Research Analyst, Crédit Mutuel
Asset Management

Crédit Mutuel Asset Management ist eine Asset-Management-Gesellschaft von La
Française, dem Asset-Management-Zweig der Crédit Mutuel Alliance Fédérale.

Seit Monaten steigen die Temperaturen rasant an, die Energiepreise schießen
in die Höhe, und die Klima-Diplomatie ist ins Stocken geraten. Selten hat
eine Klimakonferenz vor einem derart paradoxen Hintergrund begonnen. Von
Waldbränden in Europa bis hin zu Überschwemmungen in Nepal hat das nun zu
Ende gehende Jahr einmal mehr gezeigt, dass physische Risiken nicht mehr nur
eine Prognose sind. Unterdessen hat der Krieg im Nahen Osten die
Energiesicherheit wieder ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt. Und doch
erwartet niemand, dass an der türkischen Riviera ein Durchbruch in der
Größenordnung von Glasgow (COP26, 2021) oder Dubai (COP28, 2023) erzielt
wird.

Ausstieg aus fossilen Brennstoffen noch in weiter Ferne
Ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen dürfte weiterhin aussichtslos
bleiben. Und das, obwohl die fossile Brennstoffemissionen 2025 einen
Rekordwert erreichten und die 2023 in Dubai eingegangene Verpflichtung zum
Ausstieg aus fossilen Brennstoffen bislang noch nicht durch einen Zeitplan
untermauert wurde. In Belém (COP30, 2025) wurden sie im Abschlusstext nicht
einmal ausdrücklich erwähnt, und der von rund 80 Ländern unterstützte
Fahrplan wurde nicht verabschiedet [1]. Da die multilateralen Fortschritte
ins Stocken geraten sind, verlagert sich der Fokus auf andere Bereiche. In
diesem Jahr trafen sich fast 60 Länder außerhalb des UN-Rahmens, um den
Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu erörtern [2], und mehrere europäische
Staaten, darunter Frankreich [3], haben eigene Zeitpläne veröffentlicht.

"35-by-35": Das Ziel der türkischen Präsidentschaft
Das deutlichste Signal für die Märkte wird von der Aktionsagenda des
COP31-Vorsitzes ausgehen. Ihr zentrales Ziel ist klar formuliert: Der Anteil
der Elektrizität am Endenergieverbrauch soll von derzeit rund 20 % bis 2035
auf 35 % gesteigert werden ("35-by-35"). Weitere Ziele runden die Agenda ab,
darunter eine Senkung der Energieintensität von Gebäuden um mindestens 25 %
und eine Halbierung des Abfallwachstums [4]. Zusammengenommen zeigen diese
Ziele deutlich auf, wo Investitionen benötigt werden: Stromnetze,
Speicherkapazitäten und industrielle Wärmeversorgung usw. Für
Energieversorger und Netzbetreiber signalisieren sie eine anhaltende
langfristige Nachfrage. Für die Industrie bedeuten sie eine Transformation
der Produktionsprozesse. Und angesichts der schwindelerregend hohen Preise
für fossile Brennstoffe wird die Elektrifizierung zudem zu einer Frage der
Energiesouveränität.

Energiemix: der blinde Fleck auf der Agenda
Genau hier muss die Analyse den Ausschlag geben. Das "35-by-35"-Ziel sagt
nichts darüber aus, wie der zusätzliche Strom erzeugt werden soll. Doch rund
ein Drittel des weltweiten Stroms stammt nach wie vor aus Kohle [5]. Eine
fehlgeleitete Elektrifizierung könnte zu einer Verlagerung der Emissionen
führen oder diese sogar erhöhen, anstatt sie zu senken. Unserer Ansicht nach
sind mehrere Kriterien entscheidend:

* Produktionsmix. Höhere Mengen kommen dem Klima nur dann zugute, wenn sie
auf CO-armen Produktionskapazitäten basieren.

* Investitionspläne. Stehen die Investitionen in Netze und erneuerbare
Energien im Einklang mit den erklärten Zielen?

* Bilanzstärke. Diese Programme sind kapitalintensiv, und ihre
Finanzierung darf nicht auf Kosten eines schwächeren Finanzprofils
gehen.

* Entwicklungswege. Reduktionsziele sollten glaubwürdig sein, von einer
unabhängigen dritten Partei validiert und durch detaillierte
Übergangspläne untermauert werden.

* Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Vorgezogene Investitionen treiben
die Verschuldung in die Höhe, bevor regulierte oder vertraglich
vereinbarte Einnahmen nachziehen. Eine Elektrifizierung, die auf Gas
oder Kohle basiert, setzt Emittenten zudem dem Risiko von "Stranded
Assets" aus.

Diese Faktoren spielen bei der Auswahl von Portfoliounternehmen ebenso eine
wichtige Rolle wie beim Umgang mit ihnen. Um diese Risiken einzuschätzen,
muss auch die Rolle von Regierungen und Regulierungsbehörden genau unter die
Lupe genommen werden. Politische Maßnahmen wie Subventionen und CO-Steuern
sowie die Vorhersehbarkeit der regulatorischen Rahmenbedingungen sind es,
die das langfristige Risikoprofil dieser Investitionen sichern oder
untergraben.

Weniger Ankündigungen, mehr Taten
Es ist daher unwahrscheinlich, dass die COP in Antalya große Ankündigungen
bereithält. Sie könnte jedoch, wie die Präsidentschaft betont, eine COP der
Umsetzung werden. Für Investoren ist die Botschaft klar: Es besteht kein
Grund, darauf zu warten, dass die Politik handelt. Durch selektive
Kapitalallokation und einen anspruchsvollen Dialog mit Unternehmen verfügen
wir über konkrete Hebel, um Kapital in Richtung einer wirklich
kohlenstoffarmen Elektrifizierung zu lenken. Nationale Politik wird - mehr
noch als ausgehandelte Vereinbarungen - das Tempo der Transformation der
Emittenten bestimmen. Bei einer COP, auf der es an Durchbrüchen mangelt,
wird eine gründliche Analyse zu einem eigenständigen Hebel im Klimakampf.

La Française Pressekontakt
La Française Systematic Asset Management GmbH
Bianca Tomlinson
Neue Mainzer Straße 80
60311 Frankfurt
Tel. +49 (0)69 975743 03
bianca.tomlinson@la-francaise.com
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Heidi Rauen +49 69 339978 13 | hrauen@dolphinvest.eu

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Prudentiel als Wertpapierdienstleister unter der Nr. 18673 beaufsichtigt und
bei ORIAS (www.orias.fr) unter der Nr. 13007808 am 4. November 2016, eine
Tochtergesellschaft von La Française. Crédit Mutuel Asset Management: 128
Boulevard Raspail, 75006 Paris, ist eine von der Autorité des Marchés
Financiers unter der Nr. GP 97 138 zugelassen und seit dem 11. April 2025
bei ORIAS (www.orias.fr) unter der Nr. 25003045 registriert.
Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 3.871.680 EUR, RCS Paris Nr. 388 555
021.

[1] Despite more climate disasters, COP31 shows little hope of progress on
fossil fuel deal | Malay Mail

[2] Une soixantaine de pays réfléchissent à une sortie des énergies
fossiles, modèle « suicidaire » qui mène à « la barbarie »

[3] Adoption de la feuille de route climatique française | Ministères
Transition écologique, Aménagement du Territoire, Transports, Ville et
Logement

[4] La présidence de la COP 31 annonce de nouveaux objectifs en matière
d'électrification mondiale, de réduction des déchets et de résilience des
villes ; transcription de la conférence de presse | CCNUCC

[5] Les énergies renouvelables ont produit plus d'électricité que le charbon
en 2025, une première

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