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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Tech-Ausverkauf wegen Amazon und Intel

30.10.2026
um 21:27 Uhr

NEW YORK (dpa-AFX) - Die New Yorker Nasdaq-Börse hat am Freitag ihren jüngsten Kursrutsch wegen zugespitzter Sorgen um den KI-Megatrend nochmals drastisch beschleunigt. Dieses Mal galten vor allem negative Geschäftsaussagen des Internetriesen Amazon und des Halbleiterherstellers Intel als Ursache. Außerdem stiegen die Ölpreise angesichts wachsender Sorgen über einen möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran.

Am Vortag hatte Alphabet die Befürchtung exzessiver KI-Ausgaben wieder angeheizt. Nun sackte der Nasdaq 100 noch rasanter um 3,46 Prozent auf 28.384,85 Punkte ab, was den größten Tagesverlust seit Anfang Juni bedeutete. Mit einem Rückfall, der sich seit dem Rekordhoch von Anfang Oktober auf mehr als zehn Prozent ausdehnte, erfüllte er zeitweise die Bedingung einer Korrektur. Trotz der Erholung in der ersten Wochenhälfte wurde seine Wochenbilanz noch mit zwei Prozent negativ. Im Oktober hat er sogar 6,7 Prozent verloren.

Andere Indizes schlossen sich dem Kursrutsch am Freitag etwas reduziert an. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,82 Prozent auf 7.580,07 Punkte bergab. Der stärker von Standardwerten dominierte Dow Jones Industrial gab um 1,09 Prozent auf 51.770,31 Zähler nach. Seine Wochenbilanz liegt jetzt zwar auch im Minus, doch im Oktober ist sein Ergebnis mit einem Anstieg um 1,7 Prozent erfreulich.

"Die KI-Euphorie bekommt Risse", schrieb am Freitag der Anlagestratege Stefan May von der Quirin Privatbank angesichts wachsender Zweifel, ob sich gigantische Investitionen jemals lohnen werden. Große Technologiesprünge verliefen selten geradlinig, denn auf Phasen der Begeisterung folgten oft Überinvestitionen und schmerzhafte Rückschläge. Überstürzte Umschichtungen aufgrund von Warnungen vor einem möglichen Crash oder dem Platzen einer KI-Blase seien deshalb im Depot aber nicht ratsam.

Mit Amazon musste am Freitag der nächste Technologieriese den Sorgen Tribut zollen: Die Aktien sackten um bis zu sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Juli ab, konnten ihren Abschlag aber noch auf 1,4 Prozent reduzieren. Der Kursverlust sei der enttäuschenden Umsatzentwicklung der Cloud-Sparte AWS geschuldet, schrieb der UBS-Experte Stephen Ju. Auch bei Amazon lasteten hohe KI-Ausgaben auf der Aktie.

Die größten negativen Schlagzeilen kamen aber von Intel mit einem Kurseinbruch um fast 29 Prozent. Der Chipkonzern sorgte mit seiner Prognose für das Schlussquartal für eine herbe Enttäuschung. Das Umsatzziel bleibe selbst hinter den pessimistischsten Schätzungen zurück, merkte Analyst Timothy Arcuri von UBS an. Trotz eines starken Quartalsberichts wurden auch die Titel des Speicherherstellers Sandisk auf ganzer Linie von der schlechten Branchenstimmung erfasst.

Unter den sieben Tech-Riesen, den sogenannten "Magnificent 7", gab es nur Verlierer. Ein Minus größer vier Prozent sorgte bei Nvidia dafür, dass Apple im Rennen um das wertvollste Börsenunternehmen nach längerer Zeit wieder vorbei zog. Der Börsenwert von Nvidia sank unter die 5-Billionen-Dollar-Marke, über der sich Apple gerade so halten konnte.

Im Nebenwertebereich wurden mit Roblox und Reddit zwei Internetaktien mit heftigen Kurseinbrüchen davon belastet, dass im vergangenen Quartal die Nutzerentwicklung enttäuschte. Im Falle von Reddit wurden fast 30 Prozent des Börsenwertes eingebüßt. Hier blieb auch die Umsatzprognose für das vierte Quartal hinter den Erwartungen zurück.

Positive Kursentwicklungen waren eher in defensiven Branchen zu beobachten. Aus dem allgemein gefragten Pharmasektor schnellten die Aktien von Regeneron um 13 Prozent hoch. RBC-Experte Brian Abrahams sprach davon, dass die Zahlen Zuversicht verbreiten, was die Abwehr von Nachahmermedikamenten betreffe.

Titel von Fedex Freight schnellten um 15 Prozent hoch. Nach der Abspaltung war dies der erste alleinstehende Quartalsbericht der früheren Frachtsparte des Logistikers Fedex. Laut Analystin Stephanie Moore von Jefferies stärkte er die Überzeugung, dass eine 15-Prozent-Marge schon vor dem Jahr 2029 erreichbar ist.

Unter den Standardwerten konnten die Papiere der Ölriesen Chevron und ExxonMobil mit ihren Quartalsberichten punkten, wie Kursanstiege von bis zu 2,2 Prozent belegten. Chevron profitierte im dritten Quartal neben den hohen Ölpreisen auch von deutlich höheren Raffineriemargen./tih/he

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