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Textilfabrik-Beschäftigte protestieren in Bangladesch

01.11.2026
um 17:17 Uhr

DHAKA (dpa-AFX) - In Bangladesch haben Tausende Beschäftigte der Textilfabriken ihre Forderungen nach höheren Löhnen auf die Straßen getragen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben mitunter Tränengas, Schlagstöcke und Wasserwerfer ein, um Protestierende an mehreren Orten auseinanderzutreiben. Die Einsatzkräfte gingen von insgesamt mehreren Tausend Teilnehmern in der Hauptstadt Dhaka und angrenzenden Industriebezirken aus.

Angesichts steigender Lebenshaltungskosten fordern Gewerkschaften und Fabrikarbeiter eine Anhebung des Monatsmindestlohns für Berufseinsteiger von 12.500 auf 30.000 Taka (212 Euro). Den derzeitigen Mindestlohn legte die Regierung 2023 nach Protesten mit Fabrikschließungen fest.

Die Protestierenden störten an mehreren Orten am Sonntag als erstem Werktag der Woche das geschäftige Treiben, brachten mitunter den Verkehr an einer wichtigen Kreuzung im Stadtteil Mirpur zum Stillstand und blockierten eine Schnellstraße im Vorort Gazipur, wo ein Großteil der Fabriken angesiedelt ist.

Textil-Export als Herzstück von Bangladeschs Wirtschaft

Mehr als vier Millionen Menschen - vorwiegend Arbeiterinnen - sind in den knapp 4.000 Textilfabriken des Landes beschäftigt. 2013 wurde der Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza mit mehr als 1100 Toten zum Symbol für die gefährlichen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie Bangladeschs - nach China der zweitgrößte Textilhersteller der Welt.

Der südasiatische Staat erzielt laut der Vereinigung seiner Bekleidungshersteller und -exporteure jährlich etwa 39 Milliarden US-Dollar (35 Mrd. Euro) durch den Kleidungs-Export. Auch für die deutsche Modebranche ist Bangladesch nach China der wichtigste Importeur./ni/DP/men