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05.11.2026
um 11:06 Uhr

APA ots news: Allianz Green Transition Tracker 2026: Netto-Null erst 2064 - Österreich bei grüner Transformation auf Rang 19

München/Wien (APA-ots) - - Trotz Fortschritten wird die CO-Neutralität
laut Prognosen der
Allianz weltweit erst im Jahr 2064 erreicht und damit deutlich später
als angestrebt.

- Österreich fällt auf Rang 19 zurück: Fortschritte bei Effizienz und
E-Mobilität stehen einem Rückgang der erneuerbaren Stromproduktion
gegenüber.

- Erneuerbare Energien überholen 2025 erstmals Kohle als weltweit
größte Stromquelle.

- CO-Emissionen aus fossilen Brennstoffen könnten 2026 trotz
robusten Wirtschaftswachstums um 0,5 % sinken. Treiber sind günstige
Technologien und teures Öl, nicht die Klimapolitik.

Im Vorfeld der Klimakonferenz COP31 in Antalya kommt die zweite
Ausgabe des "Allianz Green Transition Tracker" zu dem Ergebnis, dass
die Welt zwar insgesamt auf CO-Neutralität zusteuert, aber viel zu
langsam. Beim derzeitigen Tempo wird das Ziel erst 2064 erreicht, 14
Jahre später als angestrebt. Saubere Technologien setzen sich zwar
trotz politischen Gegenwinds durch, verdrängen fossile Brennstoffe
aber nicht schnell genug, um die globalen Emissionen rechtzeitig zu
senken. Auch Österreich macht Fortschritte, bleibt zuletzt aber
sowohl hinter dem globalen Durchschnitt als auch dem EU-Schnitt
zurück.

Zwtl.: Österreich auf Rang 19: Fortschritte bei Effizienz und E-
Mobilität

Österreich fiel im Fortschrittsindex um einen Platz auf Rang 19
zurück. Die Punktzahl stieg zwar um 1,0 auf 30,7, blieb damit aber
deutlich hinter dem globalen Durchschnitt (+2,0) und dem EU-Schnitt (
+2,2). Österreich liegt vor Tschechien (Platz 20) und Italien (Platz
22), aber hinter Deutschland (Platz 12), Schweden (Platz 15) und
Spanien (Platz 17).

Fortschritte gibt es vor allem auf der Nachfrageseite:
Verbesserungen bei der Energieeffizienz und sinkende
verbrauchsbezogene Pro-Kopf-Emissionen trugen mit 7,5 beziehungsweise
8,2 Punkten zur positiven Entwicklung bei. Der E-Auto-Anteil an den
Neuzulassungen stieg 2025 von 24 % auf 31 %. Gleichzeitig gingen die
Subventionen für fossile Brennstoffe von 3,4 Milliarden US-Dollar im
Jahr 2023 auf 2,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 zurück.

Die größte Herausforderung bleibt die Stromerzeugung: Die
erneuerbare Stromproduktion sank 2025 um 9,5 %, obwohl die
Solarstromerzeugung um 26,6 % zulegte. Dadurch fiel der Anteil CO-
armer Energien am Strommix von 86,2 % auf 83,6 %. Bei diesem Tempo
würde Österreich seine Netto-Null-Ziele erst deutlich nach 2050
erreichen.

"Österreich macht ermutigende Fortschritte bei der
Energieeffizienz und Elektromobilität. Auch die verbrauchsbezogenen
Pro-Kopf-Emissionen gehen zurück. Der jüngste Rückgang der
erneuerbaren Stromerzeugung zeigt jedoch, dass selbst ein weitgehend
klimafreundlicher Strommix nicht vor Rückschlägen gefeit ist. Der
weitere Ausbau erneuerbarer Energien und eine widerstandsfähigere
Stromversorgung sind entscheidend, um die Fortschritte auf dem Weg
zur Klimaneutralität dauerhaft zu sichern", sagt Katharina Utermöhl,
Leiterin des Bereichs Thematic and Policy Research bei Allianz
Research .

Zwtl.: Fast alle Länder kommen voran, aber zu langsam

Der Tracker bewertet 65 Volkswirtschaften, die zusammen 81 % der
weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen, und misst, wie weit
sie seit 2015 auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel für 2050 gekommen sind.
In diesem Jahr verbesserten sich 56 Länder um durchschnittlich 2
Punkte. Doch nur rund ein Drittel ist auf einem Kurs, der mit dem
Pariser Abkommen vereinbar ist. An der Spitze stehen Luxemburg,
Dänemark und Estland, und alle zehn Spitzenreiter kommen aus Europa.
Den größten Sprung machte Kolumbien (+16,5 Punkte) dank Wasserkraft
und Solarausbau. Die Ölstaaten am Golf bilden weiterhin das
Schlusslicht.

"Fast jedes Land bewegt sich in die richtige Richtung. Das
Problem ist das Tempo. Bei dem jetzigen Fortschritt wird die Netto-
Null erst im Jahr 2064 erreicht werden - 14 Jahre später als
geplant", sagt Patrick Hoffmann, ESG-Ökonom bei Allianz Research .
"Und die klimapolitische Kluft vergrößert sich: Die Spitzenreiter
ziehen weiter davon, während die Nachzügler Mühe haben, Schritt zu
halten."

Die obere Hälfte der Rangliste legte fast doppelt so stark zu wie
die untere (2,6 gegenüber 1,3 Punkten). Die EU führt zwar weiterhin,
ihre Emissionen sanken 2025 aber nur noch um 0,2 %. Bei diesem Tempo
würde sie ihre Ziele erst 2057 erreichen. Die USA fielen auf Platz 41
zurück, da die Emissionen das zweite Jahr in Folge stiegen. China (
Platz 43) und Indien (Platz 45) zeigen dagegen Anzeichen einer
Trendwende. Chinas Emissionswachstum kam praktisch zum Stillstand,
und Indien verzeichnete erstmals seit 25 Jahren einen
Emissionsrückgang ohne wirtschaftlichen Einbruch.

Zwtl.: Erneuerbare überholen Kohle, und saubere Technologien werden
immer günstiger

2025 überholten erneuerbare Energien mit einem Anteil von 33,5 %
erstmals seit mehr als einem Jahrhundert die Kohle (33,2 %) als
größte Stromquelle der Welt. Sie lieferten zudem 99 % der neu ans
Netz gegangenen Strommenge. Das globale Emissionswachstum
verlangsamte sich dadurch von 1,5 % auf 0,7 %.

Sinkende Kosten beschleunigen den Wandel: Die jährlich neu
installierte Batteriespeicherkapazität stieg von rund 2 GWh im Jahr
2015 auf 307 GWh im Jahr 2025, da die Installationskosten um 91 %
sanken. Gleichzeitig hat sich die Preisdifferenz zwischen
batteriebetriebenen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor
seit 2019 von 49 % auf 20 % verringert.

Künftig rücken Netze und Speicher in den Mittelpunkt. Die
Investitionen in saubere Energie sollen 2026 um 6,5 % auf 2,2
Billionen US-Dollar steigen, wobei die Ausgaben für Netze um 21 % und
für Speicher um 36 % wachsen werden.

Zwtl.: Geopolitik, nicht Klimapolitik, bestimmt die Preise

Die Geopolitik sendet derzeit ein stärkeres Preissignal aus als
die Klimapolitik und treibt damit die Dieselpreise sowie die
Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in die Höhe. Allianz Research hat
berechnet, dass der durch den Konflikt im Nahen Osten bedingte
Anstieg der Dieselpreise einem CO-Preis von mehr als 200 Euro pro
Tonne entspräche.

In der EU erreichten batterieelektrische Autos im September einen
Anteil von 30 % an den Neuzulassungen, was einem Anstieg um 11
Prozentpunkte innerhalb eines Jahres entspricht. Eine neue Runde von
Subventionen für fossile Brennstoffe gefährdet jedoch Europas
Fortschritte. Diese liegen schon jetzt rund 70 % über dem Niveau vor
der Energiekrise 2022.

Zwtl.: Ausblick: Ein Emissionshöchststand ist in Reichweite, ein
nachhaltiger Rückgang ist jedoch noch nicht gesichert

Allianz Research erwartet, dass die CO-Emissionen aus fossilen
Brennstoffen in diesem Jahr sinken werden, obwohl die Weltwirtschaft
robust wächst. Günstigere saubere Technologien und hohe Preise für
fossile Brennstoffe sind die wichtigsten Faktoren.

Auf der anderen Seite stellen der steigende Strombedarf und
Engpässe im Stromnetz die größten kurzfristigen Risiken dar: Allein
KI und Rechenzentren könnten die globalen Emissionen bis 2030 um rund
0,6 % erhöhen. Zudem könnten hohe Finanzierungskosten,
Handelsbarrieren und politische Unsicherheit den Einsatz grüner
Technologien verlangsamen. Ob der Emissionshöchststand bereits
erreicht ist, ist daher noch offen.

"Die CO-Emissionen aus fossilen Brennstoffen könnten in diesem
Jahr um 0,5 % sinken, während die Wirtschaft solide wächst, doch das
ist eher auf günstige saubere Technologien und teures Öl
zurückzuführen als auf eine strengere Klimapolitik", sagt Ludovic
Subran, Chefökonom und Chief Investment Officer bei der Allianz .
"Ein Preisschock ist keine Strategie. Regierungen sollten der
Versuchung widerstehen, ihn durch neue Subventionen für fossile
Brennstoffe abzufedern, und stattdessen den Wandel durch eine
vorhersehbare CO-Bepreisung und schnellere Investitionen in Netze
und Speicherkapazitäten festigen."

Rückfragehinweis:
Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: presse@allianz.at
Website: https://www.allianz.at/

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