Funke-Verlegerin Becker kritisiert Google wegen KI-Suche
BERLIN (dpa-AFX) - Die Verlegerin der Funke Mediengruppe, Julia Becker, hat deutliche Kritik am Umgang großer Technologiekonzerne mit journalistischen Inhalten geübt. Das bisherige Geschäftsmodell zwischen Google und den Verlagen funktioniere durch den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) nicht mehr wie zuvor, sagte Becker bei der Global Media Law Conference der Deutschen Welle (DW) in Berlin. "Also wir liefern Inhalte und Google bringt uns Leser und Leserinnen", beschrieb sie das bisherige Verhältnis. "Das Tauschgeschäft im klassischen Sinne existiert so nicht mehr."
Hintergrund sind unter anderem KI-generierte Zusammenfassungen, die Google inzwischen bei Suchanfragen anzeigt. Nutzer erhalten dadurch Antworten direkt auf der Suchergebnisseite, ohne zwingend die ursprünglichen Nachrichtenartikel aufrufen zu müssen. Nach Beckers Angaben hat das erhebliche Folgen für die Reichweite der Verlage.
Becker betonte, dass sich Medienhäuser als privat finanzierte Unternehmen ihren Journalismus weiterhin leisten können müssten. Sie setzt dafür auf gemeinsame Initiativen und auf größtmögliche rechtliche Sicherheit, vor allem auf europäischer Ebene. Die Voraussetzungen hätten sich grundlegend verändert.
Länder planen neue Vorgaben für KI-Antworten
Auch die Medienpolitik beschäftigt sich mit den Auswirkungen von KI auf den Journalismus. Der rheinland-pfälzische Medienstaatssekretär und Koordinator der Rundfunkkommission der Länder, Thorsten Welling, stellte auf der Konferenz geplante Vorgaben für KI-Informationssysteme vor. Demnach sollen Anbieter künftig unter anderem kenntlich machen, wie sicher ihre Antworten auf Nachrichten und politische Fragen sind.
"Wir nennen das den Wahrscheinlichkeitsindex", sagte Welling. Die Regelung ist Teil der Vorschläge für einen neuen Digitale-Medien-Staatsvertrag, zu dem derzeit eine Anhörung läuft./svv/DP/mis