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Pistorius nach Protesten: Brauchen starke Streitkräfte

07.11.2026
um 07:33 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Nach den Protesten junger Menschen auch gegen eine Wehrpflicht hat Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Bedeutung einer starken Bundeswehr hervorgehoben. "Wenn es auf den Demonstrationen heißt, wir wollen nicht an die Front und im Krieg sterben, dann kann ich nur sagen: Wir wollen genau dasselbe", sagte Pistorius den Funke-Medien. "Gerade deshalb braucht es starke Streitkräfte, die abschrecken können, damit wir gar nicht in die Situation kommen, überhaupt irgendwo kämpfen zu müssen."

Im Januar war das Gesetz für einen neuen Wehrdienst in Kraft getreten. Das Gesetz sieht eine verpflichtende Musterung junger Männer und die Wiedereinführung der Wehrerfassung vor. Weiter gilt aber für den Wehrdienst das Prinzip der Freiwilligkeit. Alle jungen Männer und Frauen ab Geburtsjahrgang 2008 erhalten seit diesem Jahr an einen Fragebogen, der auch die Motivation zum Wehrdienst abfragt. Männer müssen, Frauen können diesen beantworten.

Ziel ist es, die Truppenstärke der Bundeswehr bis zum Jahr 2035 von derzeit rund 184.000 Soldatinnen und Soldaten auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. Über eine Wehrpflicht soll nur entschieden werden, falls die Zahlen nicht durch Freiwillige erreicht werden.

Am Wochenende hatten in zahlreichen Städten junge Menschen etwa für bessere Bildung und mehr Klimaschutz demonstriert. Sie lehnten die Einführung einer Wehrpflicht ab./bf/DP/zb