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Verband: Zölle schaden Flugzeugindustrie auf beiden Seiten

03.04.2025
um 14:41 Uhr

BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Weniger und deutlich teurere Passagier-Flugzeuge: Trumps Strafzölle könnten nach Einschätzung eines Verbands sehr negative Auswirkungen für die Luftfahrtindustrie und den internationalen Luftverkehr haben. "Europa und Amerika sind in der Luftfahrt eng verwoben. Unsere Unternehmen sind einander auf Zulieferungen dringend angewiesen. Teilweise gibt es im Produktionsprozess sogar mehrmals Grenzüberquerungen", sagt die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Marie-Christine von Hahn.

Nach der Corona-Krise und der damit verbundenen Störungen in den Lieferketten sind Passagierjets bereits ohne den Zollstreit ein knappes Gut: Wegen massiver Herstellungs- und Zulassungsprobleme ist insbesondere Boeing mit seinen Lieferungen im Vollzug, sodass zahlreiche Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Ryanair händeringend auf neue Flugzeuge warten. Beim europäischen Konkurrenten Airbus sind die Auftragsbücher voll.

Das Hersteller-Duopol beherrscht bislang den Weltmarkt, beide Unternehmen nutzen Zulieferer vom jeweils anderen Kontinent. "Diese transatlantischen Zölle nutzen ausschließlich unseren Konkurrenten. Somit bremst der Westen seine eigene Wettbewerbsfähigkeit", sagt von Hahn. Man unterstütze daher mit großem Nachdruck die Bemühungen der EU-Kommission um eine rasche Verhandlungslösung./ceb/DP/mis

Airbus SE

WKN 938914 ISIN NL0000235190

Boeing Co.

WKN 850471 ISIN US0970231058

Deutsche Lufthansa AG

WKN 823212 ISIN DE0008232125

Ryanair Holdings PLC

WKN A1401Z ISIN IE00BYTBXV33