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Selenskyj fordert Druck in China auf Putin

31.08.2025
um 07:32 Uhr

KIEW (dpa-AFX) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor der China-Reise von Kremlchef Wladimir Putin von internationalen Staatenführern Druck auf Russland gefordert. Er habe mit Indiens Premierminister Narenda Modi, der Putin treffen wolle, gesprochen, damit bei dem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) die Notwendigkeit unterstrichen werde, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden, sagte Selenskyj. Er erwarte, dass sich Modi für einen Waffenstillstand in der Ukraine einsetze.

Einmal mehr forderte Selenskyj auch eine Waffenruhe als Voraussetzung für den Beginn von Friedensverhandlungen. Russland dagegen will nach eigenen Angaben einen dauerhaften Frieden aushandeln, ohne vorher die Waffen schweigen zu lassen.

Selenskyj zu Treffen mit Putin bereit

Trotz fehlender Signale aus Moskau zeigte sich Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft einmal mehr zu einem Treffen mit Putin bereit. Sein Unterhändler Rustem Umjewrow habe dazu in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Saudi-Arabien und in Katar Gespräche geführt. Sie alle seien bereit, ein solches Treffen auszurichten - auch die Schweiz.

Selenskyj kündigte zugleich weitere Treffen nächste Woche in Europa an, um eine "starke Antwort" gegen Moskau zu gewährleisten. Details nannte er nicht, es dürfte aber um neue Sanktionen gegen Russland gehen.

Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit

Putin nimmt bei seinem viertägigen China-Aufenthalt am Sonntag zuerst am Gipfel der Shanghai Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin teil. Am Mittwoch wird er in Peking einer Militärparade beiwohnen. Dem chinesischen Außenamt zufolge soll es der größte Gipfel seit Bestehen der SOZ werden. Insgesamt erwartet das aktuelle Vorsitz-Land China Vertreter von 20 Staaten und 10 Organisationen.

Die SOZ wurde vor 24 Jahren als Organisation für den Kampf gegen Terrorismus und wirtschaftliche Zusammenarbeit gegründet. Mittlerweile gehören ihr zehn Staaten an - neben den Gründungsländern Russland, China und Kasachstan auch Indien, Pakistan, sowie seit 2023 der Iran und seit 2024 auch Belarus./mau/DP/zb