ROUNDUP/'Sie werden uns nicht brechen': Zitate zum US-Einsatz in Venezuela
WASHINGTON/CARACAS (dpa-AFX) - Der Angriff der USA auf Venezuela und die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro sind ohne Beispiel. US-Präsident Donald Trump kündigte am Samstagabend an, dass die USA vorübergehend die Macht in dem südamerikanischen Land übernehmen wollen. Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez aber gibt sich unbeugsam. Das internationale Echo auf die Entwicklungen ist gewaltig. Die Entwicklung in Zitaten:
"Wir werden das Land so lange führen, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können." (US-Präsident Donald Trump am Samstag in Florida)
"Wir haben gerade ein Gespräch mit ihr geführt, und sie ist im Grunde bereit, das zu tun, was wir für notwendig halten, um Venezuela wieder groß zu machen, ganz einfach." (Trump zu einer Zusammenarbeit mit Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez)
"Es gibt nur einen Präsidenten in diesem Land und er heißt Nicolás Maduro Moros." (Vizepräsidentin Rodríguez in der Nacht zum Sonntag laut örtlichen Medienberichten bei einer Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates)
"Sie haben uns angegriffen, aber sie werden uns nicht brechen." (Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino am Samstag in einer Videobotschaft)
Reaktionen in den USA
"Der Tyrann ist gestürzt." (US-Vize-Außenminister Christopher Landau auf X)
"Man kann der Justiz in den USA nicht entgehen, nur weil man in einem Palast in Caracas lebt." (US-Vizepräsident JD Vance auf X)
"Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben." (Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego, auf X)
"Ein einseitiger Angriff auf einen souveränen Staat ist ein kriegerischer Akt und verstößt gegen Bundes- und internationales Recht." (Der demokratische New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani auf X).
Geopolitische Gegenspieler der USA
"Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt werden, sind unhaltbar." (Reaktion des russischen Außenministeriums in Moskau)
"Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN-Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar. (Das iranische Außenministerium laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna)
"Die Bombardierungen von venezolanischem Gebiet und die Gefangennahme seines Präsidenten überschreiten auf inakzeptable Weise eine Grenze." (Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf X)
"China ist zutiefst schockiert über den eklatanten Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und dessen Präsident und verurteilt ihn aufs Schärfste." (Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, zitiert nach der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua)
Israel und Ukraine
"Herzlichen Glückwunsch, Präsident Donald Trump, für Ihre mutige und historische Führungsrolle im Namen von Freiheit und Gerechtigkeit." (Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf X)
"Das Regime im Iran sollte genau beobachten, was in Venezuela geschieht." (Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid auf X)
"Wenn man mit Diktatoren so umgehen kann, dann wissen die Vereinigten Staaten von Amerika, was sie als Nächstes tun müssen." (Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ukrainischen Medien zufolge)
Europa
"Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf." (EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf X)
"Jetzt darf in Venezuela keine politische Instabilität entstehen. Es gilt, einen geordneten Übergang hin zu einer durch Wahlen legitimierten Regierung zu gewährleisten." (Bundeskanzler Friedrich Merz in einer Erklärung)
"Wir betrachteten Maduro als illegitimen Präsidenten und haben keine Träne über das Ende seines Regimes vergossen." (Der britische Premierminister Keir Starmer auf X).
"Der bevorstehende Übergang muss friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen. Wir wünschen uns, dass der 2024 gewählte Präsident Edmundo González Urrutia diesen Übergang rasch sicherstellen kann." (Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X)
Deutschland
"Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit." (Bundeskanzler Merz in seiner Erklärung am Samstagabend)
"Das Völkerrecht ist zu achten. Das gilt auch für das Handeln der USA." (SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil am Sonntag)
"Wer wie Trump das Völkerrecht bricht und Präsidenten entführen lässt, der betreibt brutalen Staatsterrorismus." (Linke-Chef Jan van Aken)/wn/DP/zb