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Moskaus Krieg gegen Kiew bald länger als gegen Berlin

11.01.2026
um 20:51 Uhr

MOSKAU/KIEW (dpa-AFX) - Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen genauso lange wie der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion gegen Hitler-Deutschland. Auf diese Statistik verwies neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die oppositionelle russische Website "Meduza". Sowjet-Diktator Stalin hatte nach dem deutschen Überfall 1941 den Großen Vaterländischen Krieg ausgerufen.

Die Sowjetarmee habe 1.418 Tage gebraucht, errechnete die Website, um nach den ersten Rückschlägen gegen die Wehrmacht bis nach Berlin vorzustoßen und die Kapitulation Deutschlands zusammen mit den Alliierten zu erzwingen. Dagegen stecke die russische Armee nach 1.418 Tagen Krieg in der Ukraine "seit Jahren in denselben Dörfern und Städten des Donbass fest". Russland hatte vor fast vier Jahren die benachbarte Ukraine überfallen und erwartet, die Hauptstadt Kiew innerhalb von wenigen Tagen zu erobern. Die Statistik fand in den russischen Staatsmedien keine Erwähnung.

Moskau wollte den Erfolg von damals wiederholen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Sie haben die Misshandlung von Menschen wiederholt, den Faschismus wiederholt, fast alles wiederholt, was im 20. Jahrhundert das Schlimmste war", betonte er. "Dennoch versuchen die Russen, denselben Donbass zu erobern wie vor fast vier Jahren, sie wollen erneut lügen, dass sie Kupjansk eingenommen haben."

Selenskyj: Russische Verluste bei 1.000 Toten pro Tag

"Das sagt viel über das System aus, das (Kremlchef Wladimir) Putin aufgebaut hat, und einfach über ihn persönlich", sagte Selenskyj. Die russischen Verluste betragen nach seinen Worten derzeit mindestens 1.000 Tote pro Tag. "Und damit bezahlt Russland faktisch dafür, dass der Krieg nicht endet, das ist Wahnsinn." Und dieser "russische Wahnsinn" könne nur mit vereinten Kräften gestoppt werden.

Der Vergleich der beiden Kriege sei nicht ganz korrekt, fügte "Meduza" hinzu. Ein direkter Vergleich vieler Indikatoren zeige, dass der aktuelle Krieg nur für die Ukraine einen existenziellen Charakter habe. Kiew schaffe es, den Krieg mit westlicher Hilfe fortzusetzen. Der Kreml hingegen sei nicht in der Lage oder nicht willens, sich auf einen existenziellen Kampf einzulassen, und beschränke sich darauf, seine Anstrengungen nur geringfügig zu verstärken.

Die ukrainischen Medien vermeldeten an diesem 1.418. Kriegstag kleinere russische Geländegewinne bei Wowtschansk in der Region Charkiw sowie bei Pokrowsk im Donbass. Der militärnahe ukrainische Blog "DeepState" veröffentlichte dazu auf Telegram entsprechende Karten./cha/DP/zb