Bericht: Proteste im Iran nehmen nach staatlicher Repression ab
TEHERAN (dpa-AFX) - Nach den schweren Unruhen und landesweiten Aufständen im Iran sind die Proteste einem Bericht zufolge deutlich abgeflacht. Am Dienstag wurden einer Analyse des amerikanischen Critical Threats Project (CTP) zufolge nur noch sieben Proteste in sechs Provinzen registriert. Das CTP wird von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War (ISW) und American Enterprise Institute betrieben.
Der Bericht wies jedoch darauf hin, dass aufgrund der Internetsperre nur wenige Informationen nach außen gelangen. Am vergangenen Donnerstag zählte das CTP noch 156 Demonstrationen in 27 der 31 iranischen Provinzen. Die Autoren verwiesen zudem auf die hohe Zahl an Todesopfern bei den Unruhen, die sich allerdings nicht unabhängig verifizieren ließ. "Das Ausmaß an Brutalität könnte die Demonstrierenden entmutigen und die Häufigkeit der Protestaktivität verringern."
Bewohnern der Hauptstadt Teheran war es am Dienstag nach mehreren Tagen erstmals wieder möglich, ins Ausland zu telefonieren. Sie beschrieben eine angespannte Ruhe in der Millionenmetropole. Die größten Massenproteste habe es demnach am vergangenen Donnerstag und Freitag gegeben. Der Sicherheitsapparat reagierte mit äußerster Gewalt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember mehr als 2.500 Menschen ums Leben gekommen./arb/DP/mis