US-Austritt aus WHO: Kurioser Streit um US-Flagge
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird offensichtlich von einem bemerkenswerten Streit über die Rückgabe einer US-Flagge begleitet. Der Frust der US-Regierung war wohl so groß, dass US-Außen- und US-Gesundheitsminister in einem gemeinsamen Statement öffentlich mitteilten: "Die WHO weigert sich, die amerikanische Flagge herauszugeben, die vor ihrem Gebäude hing". Die Organisation habe argumentiert, den Austritt nicht genehmigt zu haben. Zudem behaupte sie, dass man ihr eine Entschädigung schulde, hieß es in dem Statement.
Die WHO äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu der Flaggen-Frage. Später teilte eine Abteilung des US-Außenministeriums dann mit, die Flagge befinde sich nun "sicher in den Händen von US-Marines" und sei auf dem Weg zurück in die USA. Unter der Führung des US-Präsidenten Donald Trump hätten Außen- und Gesundheitsministerium die Rückgabe sichergestellt, hieß es weiter. Die Weigerung der WHO, die Flagge herauszugeben, sei "völlig inakzeptabel" gewesen.
Trump hatte vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation verfügt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der WHO wurde der Austritt ein Jahr nach Einreichung der Kündigung in dieser Woche wirksam. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung für den Austritt gar nicht erfüllt. Die USA hätten ihre bisherigen Beiträge voll zahlen müssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.
Trump warf der WHO unter anderem Versagen in der Corona-Pandemie und Reformmangel vor. Zudem beugte sich die WHO nach seiner Ansicht politischem Druck aus China. Diese Woche bezeichnete er die Organisation als korrupt./rin/DP/zb