dpa-AFX Compact

Nach acht Jahren: Britischer Premier reist wieder nach China

27.01.2026
um 09:39 Uhr

PEKING (dpa-AFX) - Nach acht Jahren reist wieder ein britischer Premierminister nach China. Keir Starmer werde vom 28. bis 31. Januar in der Volksrepublik etwa mit Staats- und Parteichef Xi Jinping sowie Ministerpräsident Li Qiang sprechen, teilte das Außenamt in Peking mit. Anschließend reise er nach Shanghai. Nach seinem China-Aufenthalt will Starmer am 31. Januar außerdem Japans Regierungschefin Sanae Takaichi besuchen, wie aus einer Mitteilung des japanischen Außenministeriums hervorging.

Persönlich hatten sich Starmer und Xi am Rande des G20-Gipfels 2024 in Brasilien getroffen. Dem anstehenden China-Besuch des Briten ging eine aufsehenerregende Entscheidung der britischen Regierung voraus, die den Weg für den Bau einer neuen chinesischen Botschaft in London frei machte. Der Komplex der auch als "Mega-Botschaft" bezeichneten diplomatischen Vertretung Chinas ist wegen seiner Lage zentral in der Nähe vom Tower of London und neben dem Finanzviertel umstritten.

Fokus auch auf Wirtschaftsbeziehung

Das OK Londons könnte die Gespräche mit Peking erleichtern. Der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Starmer, es wäre nicht sinnvoll "den Kopf in den Sand zu stecken und China zu ignorieren", immerhin sei China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und es gebe viele Geschäftsmöglichkeiten.

Aus der Downing Street heißt es der Nachrichtenagentur PA zufolge, die britische Regierung verfolge in ihren Beziehungen zu China einen "nüchternen, erwachsenen Ansatz", der einen "stetigen, konsistenten Kurs" mit Peking festlegen werde.

Starmer dürfte mit einer großen Wirtschaftsdelegation anreisen. Laut Chinas Handelsministerium ist die Unterzeichnung mehrerer Dokumente zur Zusammenarbeit in den Bereichen Handel und Investitionen geplant. Zuletzt reiste die damalige britische Premierministerin Theresa May 2018 in die chinesische Hauptstadt und tütete Handelsdeals im Wert von insgesamt neun Milliarden Pfund (derzeit etwa 10,37 Milliarden Euro) ein./jon/DP/jha