Im Norden und Osten wurde im Januar deutlich mehr geheizt
BERLIN (dpa-AFX) - Vor allem im Osten und Norden ist in Deutschland im sehr kalten Januar 2026 deutlich mehr geheizt worden als in den beiden Vorjahresmonaten. Wie aus einer Auswertung des Energiedienstleisters Techem hervorgeht, dürften die Verbraucher daher mit teils deutlich höheren Heizkosten konfrontiert werden.
Deutlich mehr Verbrauch in Thüringen und Brandenburg
Am größten ist die Verbrauchssteigerung den Daten zufolge in Thüringen: Im Vergleich zum Januar 2025 wurde dort im ersten Monat dieses Jahres 34,5 Prozent mehr Heizenergie verbraucht. In Brandenburg lag das Plus bei 29,2 Prozent, in Berlin bei 18,1 Prozent. Auch die Menschen in Sachsen haben deutlich mehr geheizt, laut Techem lag der Anstieg bei 16,5 Prozent.
In Nordrhein-Westfalen hat sich der Verbrauch dagegen Techem zufolge von Januar 2025 zu Januar 2026 nur um 2,2 Prozent erhöht, im Saarland um 3,5 Prozent, in Hessen und Baden-Württemberg um etwas mehr als 4 Prozent.
Für die Auswertung hat Techem die Verbrauchsdaten aus fast 2 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern berücksichtigt. Pro Bundesland sind mindestens 8.900 Wohnungen in die Berechnung eingegangen. Berücksichtigt wurden alle Energieträger.
Kosten-Plus von mehr als 30 Prozent in Thüringen prognostiziert
Der Techem-Prognose zufolge müssen vor allem die Verbraucher in Thüringen, Brandenburg, Berlin und Sachsen mit deutlich höhere Kosten für die Heizenergie im Januar 2026 rechnen. In Thüringen wird ein Plus von mehr als 31 Prozent im Vergleich zu Januar 2025 erwartet, in Brandenburg von 26,5 Prozent. Es folgen Berlin (plus 15,6 Prozent) und Sachsen (plus 14 Prozent).
Für die Kostenprognose hat Techem die Durchschnittspreise der jeweiligen Jahre als Basis genommen, da sich die Preise für Endverbraucher nicht monatlich ändern. Die Kosten sind also eine Hochrechnung auf Grundlage der tatsächlichen Verbräuche und der vorliegenden Jahrespreise.
Die Verbrauchsveränderungen im Überblick
Baden-Württemberg - plus 4,5 Prozent
Bayern - plus 6,2 Prozent
Berlin - plus 18,1 Prozent
Brandenburg - plus 29,2 Prozent
Bremen - plus 8,8 Prozent
Hamburg - plus 13,9 Prozent
Hessen - plus 4,1 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern - plus 14,6 Prozent
Niedersachsen - plus 8,1 Prozent
Nordrhein-Westfalen - plus 2,2 Prozent
Rheinland-Pfalz - plus 6,5 Prozent
Saarland - plus 3,5 Prozent
Sachsen - plus 16,5 Prozent
Sachsen-Anhalt - plus 10,5 Prozent
Schleswig-Holstein - plus 6,9 Prozent
Thüringen - plus 34,5 Prozent
Auch schon Kostensteigerungen im Vergleich 2024 zu 2025
Vor knapp einem Monat hatten Berechnungen von Techem ergeben, dass die Verbraucher auch schon für 2025 mit höheren Heizkosten im Vergleich zum Vorjahr rechnen müssen. Der Prognose von Techem zufolge dürften die Heizkosten 2025 im Schnitt um 8,6 Prozent gegenüber 2024 steigen. Besonders betroffen waren demnach Haushalte mit Fernwärme (plus 13,2 Prozent), aber auch das Heizen mit Gas sei teurer geworden, so die Prognose. Sie basierte auf dem EU-Verbraucherpreisindex und Wetterdaten von meteostat.net, die vom Deutschen Wetterdienst validiert wurden. Für die letzten Wochen des Jahres wurden die Daten hochgerechnet./nif/DP/zb