dpa-AFX Compact

Polizeigewerkschaft warnt vor Sicherheitsproblem durch Überlastung

10.02.2026
um 06:51 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die Polizeigewerkschaft GdP hat angesichts einer Umfrage unter Beschäftigten vor einem Sicherheitsproblem in Deutschland durch die Überlastung von Polizeibeamten gewarnt. Ein Problem seien auch die verstärkten Grenzkontrollen: "Plötzlich sollen Grenzen gesichert werden und die Beamten müssen dann dahin. Die Polizei ist getrieben von immer neuen politischen Vorgaben, von der Bundesregierung, vom Innenminister", sagte Hagen Husgen vom GdP-Bundesvorstand der Zeitung "Münchner Merkur".

In einer der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden repräsentativen Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter mehr als 36.000 Arbeitnehmern - darunter knapp 300 Polizeibeamte - wurde die psychische Belastung deutlich: Demnach sind Polizeibeamte besonders oft Konflikten ausgesetzt (50 Prozent gegenüber durchschnittlich 14 Prozent in anderen Berufsgruppen) und werden überdurchschnittlich oft Opfer von Beleidigungen oder respektlosem Verhalten (18 Prozent gegenüber 10 Prozent).

Zudem gaben 55 Prozent der befragten Polizeibeamten in der Umfrage an, häufig bei der Arbeit ihre Gefühle unterdrücken zu müssen, bei anderen Berufsgruppen waren es im Schnitt nur 26 Prozent.

Husgen zufolge führen dauerhafte psychische Belastungen unter Polizeibeamten immer häufiger zu Langzeiterkrankungen und Ausfällen von mehr als zwölf Wochen. "Wir nähern uns dem Punkt, an dem die noch gesunden Beschäftigten das Fehlen der Erkrankten nicht mehr auffangen können", sagte der Gewerkschafter dem Münchner Merkur. Beispielsweise durch die Grenzkontrollen brauche man mindestens 20.000 Polizeibeamte mehr, "um die derzeitigen Aufgaben zufriedenstellend erfüllen zu können"./ram/DP/zb