APA ots news: Inflationsrate sinkt deutlich, doch Konjunktur ist bislang matt
Wien (APA-ots) - Österreichs Industrie scheint nach Überwindung der
Rezession vorerst
nicht weiter an Schwung zu gewinnen. Der WIFO-Konjunkturtest von
Jänner 2026 zeigte nach dreimaliger leichter Besserung wieder eine
Eintrübung des Konjunkturklimas in der Sachgütererzeugung. Die
internationale Nachfrage nach heimischen Industriegütern leidet unter
der Konjunkturschwäche in der EU und den Zöllen der USA. Die
Inflationsrate halbierte sich im Jänner nahezu gegenüber dem
Vormonat. Auch auf dem Arbeitsmarkt sind Stabilisierungstendenzen
erkennbar.
"Die Zollpolitik der USA hat die Nachfrage aus der EU in den
letzten Monaten verringert. Die von der Regierung Trump beabsichtigte
Reduktion der Auslandsabhängigkeit scheint erste Wirkung zu zeigen",
so der Autor des aktuellen WIFO-Konjunkturberichtes Marcus
Scheiblecker.
Die heimische Industrie hat nach Überwindung der Rezession bisher
nicht spürbar an Dynamik gewonnen und erholt sich nur langsam. Laut
WIFO-Konjunkturtest von Jänner 2026 war in der Sachgütererzeugung
noch keine nachhaltige Stimmungsaufhellung beobachtbar. Dämpfend
wirkt nach wie vor die schwache Auslandsnachfrage nach
Industriegütern. Auch in der Bauwirtschaft überwiegen wieder die
negativen Einschätzungen. Dienstleister sind dagegen mehrheitlich
positiv gestimmt. Auch der Einzelhandel blickt vermehrt mit
Optimismus in die Zukunft.
Im Euro-Raum wuchs die Wirtschaft im IV. Quartal 2025 mit +0,3%
unverändert zaghaft. Hierzu trug nicht nur die anhaltend schleppende
Binnenkonjunktur bei, sondern auch die tendenziell rückläufige
Nachfrage aus den USA. Unternehmensumfragen zeigten zu Jahresbeginn
allerdings eine deutliche Aufhellung an, womit der Euro-Raum auf
Wachstumskurs bleiben sollte.
In Österreich legte das BIP nach vorläufigen Berechnungen des
WIFO im IV. Quartal 2025 nur um 0,2% zu. Für das Gesamtjahr ergibt
sich somit ein realer Anstieg von 0,6% gegenüber dem Vorjahr (saison-
und kalenderbereinigt). Damit ist die heimische Wirtschaft nach zwei
Jahren Rezession wieder gewachsen.
Die Exportnachfrage expandierte im IV. Quartal um 0,6%, dies
glich jedoch den Einbruch im Vorquartal (-1,6%) nicht aus. Der Konsum
der privaten Haushalte wuchs um 0,4%, nach -0,3% im III. Quartal.
Dämpfend wirkt weiterhin die geringe Investitionsnachfrage. Die
Bruttoanlageinvestitionen schrumpften im IV. Quartal um 0,7% (III.
Quartal -0,1%).
Die Inflationsrate, die seit dem Sommer 2025 hartnäckig bei rund
4% verharrt hatte, sank im Jänner nach vorläufigen Berechnungen
kräftig auf 2%. Zum einen entfiel der Basiseffekt infolge des
Auslaufens der Energiepreisbremse, der die Inflationsrate im gesamten
Jahresverlauf 2025 erhöht hatte, und zum anderen dämpften neben
Preisrückgängen einige neu implementierte Maßnahmen der
Bundesregierung die Energiepreise.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd, jedoch
zeigten sich zuletzt Stabilisierungstendenzen. Zwar stieg die
Arbeitslosigkeit auch im Jänner 2026 im Vorjahresvergleich,
saisonbereinigt kam es jedoch in letzter Zeit zu keinem weiteren
Anstieg mehr.
Abbildung 1: Warenhandel der USA mit der EU 27 - auf der WIFO-
Website
Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar
".
Rückfragehinweis:
Rückfragen bitte am Dienstag, dem 10. Februar 2026, von 10 bis 13
Uhr, an Mag. Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01 - 245,
marcus.scheiblecker@wifo.ac.at
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OTS0018 2026-02-10/09:00