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13.02.2026
um 09:03 Uhr

KfW Research: Wagniskapitalgeber setzen in Deutschland andere
Prioritäten als anderswo
Frankfurt am Main (ots) -

- Start-ups mit Fokus auf Klimatechnologien und Verteidigung erhalten anteilig
mehr Geld als in anderen Ländern
- Junge Unternehmen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz sind auch hierzulande
erfolgreich beim Fundraising
- Investoren sehen für 2026 größte Wachstumschancen für Start-ups aus dem
Bereich Internet of Things und Robotics

Der deutsche Markt für Wagniskapital (Venture Capital, VC) weist teils deutliche
Unterschiede zum weltweiten VC-Geschehen auf. So erhielten deutsche Start-ups
aus dem Bereich Climate-Tech - die also an Technologien und Dienstleistungen zur
Dekarbonisierung und Minimierung von Klimarisiken arbeiten - im vergangenen Jahr
zwar deutlich weniger Investorengelder als in den Vorjahren. Trotz des Rückgangs
auf 1,3 Milliarden Euro blieb der Anteil an dem in Deutschland verteilten
Wagniskapital mit 18 Prozent aber hoch. International gingen nur acht Prozent
aller VC-Gelder in diesen Bereich.

Ebenfalls deutlich höher als weltweit war der Kapitalanteil, den VC-Investoren
in Deutschland in junge innovative Unternehmen aus dem Bereich Dual Use und
Defense einspeisten. Dabei geht es um Start-ups, die auf Produkte mit ziviler
und militärischer Anwendung setzen. In Deutschland flossen im vergangenen Jahr
1,16 Milliarden Euro in diesen Bereich, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Das
Verhältnis zu den gesamten Investitionen auf dem deutschen VC-Markt, die
insgesamt 7,2 Milliarden Euro betrugen, lag somit bei 16 Prozent - deutlich über
dem weltweiten Niveau von vier Prozent.

Das ergab eine Analyse von KfW Research, basierend auf der Datenbank des
Anbieters Dealroom.co. VC-Investoren gaben in Deutschland zudem mehr Geld als
international üblich an Start-ups, die im Bereich Cybersicherheit tätig sind.
Acht Prozent der Investitionen hierzulande gingen in dieses Segment, weltweit
dagegen fünf Prozent. Der Bereich Cybersicherheit wuchs in Deutschland im
vergangenen Jahr um 632 Prozent auf 578 Millionen Euro.

Besonders dynamisch war auch in Deutschland im Jahr 2025 der Bereich Künstliche
Intelligenz (KI). Die Investitionen in deutsche KI-Start-ups stiegen um 45
Prozent auf nahezu drei Milliarden Euro. Weltweit war das Wachstum der
VC-Investitionen in KI mit 74 Prozent sogar noch höher. Der Marktanteil der
VC-Investitionen in KI lag weltweit bei 47 Prozent, in Deutschland bei ebenfalls
hohen 41 Prozent. "Die weit verbreitete Annahme, dass Deutschland im Bereich
Künstliche Intelligenz wenig zu bieten hat, stimmt nicht. Es gibt inzwischen
viele vielversprechende Start-ups in Deutschland, die in diesem Bereich aktiv
sind", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Für das laufende Jahr erwarten die VC-Investoren eine Verschiebung der
Prioritäten. Eine Sonderbefragung unter in Deutschland tätigen
Venture-Capital-Investoren ergab, dass diese in diesem Jahr die höchsten
Wachstumschancen für hiesige Start-ups ansehen, die sich auf die Felder Internet
of Things und Robotics fokussieren. Dabei handelt es sich um junge innovative
Unternehmen, die beispielsweise vernetzte Geräte und
Automatisierungstechnologien entwickeln. Diese Unternehmen zeigten im
vergangenen Jahr mit 809 Millionen Euro - nach Rückgängen in den beiden Jahren
zuvor - erstmals wieder einen Anstieg im Deal-Volumen (plus 24 Prozent). "Hier
kommt zum Ausdruck, dass die Industriekultur in Deutschland nach wie vor ein
guter Nährboden für Innovationen in der Produktionstechnik ist", sagte Dr. Dirk
Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Als Unternehmen mit den zweithöchsten Wachstumschancen bewerten die
VC-Investoren solche aus dem Bereich Defense und Dual Use, gefolgt von den
Bereichen Cybersicherheit und KI. Ein Jahr zuvor hatten die Investoren diese
beiden Themen noch auf Rang eins und zwei einsortiert - wo sie am Ende des
Jahres gemessen am Wachstum im Finanzierungsvolumen auch tatsächlich landeten.

Zu den jüngsten Technologiefeldern, die derzeit durch VC finanziert werden,
gehören Quantentechnologien und Kernfusion. Die VC-Beteiligungen an deutschen
Start-ups in diesen Bereichen sind in den letzten Jahren sukzessive gestiegen,
bleiben jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 2025 erhöhten sich
die Investitionen in Start-ups mit dem Fokus Quantentechnologie um 37 Prozent
auf knapp 96 Millionen Euro, in Kernfusions-Start-ups sogar um 212 Prozent auf
258 Millionen Euro. Quantentechnologien gehören aktuell zu den Bereichen mit
hohen Wachstumserwartungen seitens VC-Investoren und stehen hier an fünfter
Stelle.

Die Studie ist abrufbar unter Fokus Volkswirtschaft | KfW (https://www.kfw.de/%C
3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volkswirtsc
haft/)

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