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Uran-Importe: Greenpeace blockiert Frachter in Frankreich

02.03.2026
um 17:26 Uhr

DÜNKIRCHEN (dpa-AFX) - Bei einer Aktion der Umweltschutzorganisation Greenpeace gegen französische Uran-Geschäfte mit Russland am Hafen von Dünkirchen sind vier Menschen in Polizeigewahrsam gekommen, darunter auch Deutsche. Die Betroffenen hätten sich an einer Schleuse angekettet, teilte die Staatsanwältin von Dünkirchen, Charlotte Huet, mit. Es sei eine Ermittlung eingeleitet worden wegen der Behinderung der Ausübung der Berufsfreiheit und des Eindringens in einen beschränkten Hafenbereich. Nach Angaben von Greenpeace blockierten Aktivistinnen und Aktivisten ein Frachtschiff.

Das Schiff "Mikhail Dudin" aus Sankt Petersburg transportiert demnach regelmäßig angereichertes oder natürliches Uran. Rund 20 Aktivistinnen und Aktivisten seien an der Aktion am Morgen beteiligt gewesen.

Tonnenweise Uran-Importe aus Russland nach Europa

Zolldaten zeigen laut Recherchen von Greenpeace und französischen Medien, dass Frankreich trotz des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine weiterhin tonnenweise russisches Uran importiert, auch wenn der Anteil an den gesamten Uranimporten demnach zurückgeht. Offizielle Angaben zu den Importen gibt es nicht, Greenpeace kritisiert einen nur bruchstückhaften Zugang zu Zolldaten. 2024 und 2025 kam angereichertes Uran den Angaben nach hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden nach Frankreich. Es sei nicht auszuschließen, dass das in den Anreicherungsanlagen dieser Länder verwendete Uran aus dem Einflussbereich Russlands stamme, hieß es.

Der Kernkraftsektor und der russische Nuklearkonzern Rosatom sind von direkten EU-Sanktionen bisher nicht betroffen. "Der Handel, der indirekt Putins Krieg mitfinanziert, muss aufhören", sagte Greenpeace-Atomexpertin Pauline Boyer laut Mitteilung.

Auch nach Deutschland kam nach Kriegsbeginn in der Ukraine tonnenweise Uran aus Russland, zur Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Derzeit kritisieren Atomkraftgegner eine geplante Kooperation mit Rosatom. Der russische Konzern soll in die in Lingen ansässige Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), eine Tochtergesellschaft des französischen Atomkonzerns Framatome, einsteigen. ANF will auch Brennelemente für russische Reaktortypen herstellen. Die Kooperation muss noch behördlich genehmigt werden./vni/DP/nas