Umfrage: Frauen finanziell im Hintertreffen
BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - In der deutschen Gesellschaft liegen Frauen in finanziellen Fragen weiterhin im Hintertreffen. Laut einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Banken zum Weltfrauentag haben Frauen weniger Geld zur freien Verfügung als Männer, sparen weniger und agieren seltener aktiv am Finanzmarkt. In der Folge blicken sie auch pessimistischer auf die eigene Absicherung.
Bei der repräsentativen Umfrage gaben die Teilnehmerinnen im Durchschnitt einen frei verfügbaren Etat von 1.300 Euro im Monat an, rund 300 Euro weniger als bei den Männern. Im Vergleich zur vorangegangenen Studie im Jahr 2024 erhöhte sich der Anteil der regelmäßigen Sparerinnen von 45 auf 53 Prozent. Bei den Männern lag der Anteil bei 57 Prozent. Gar nichts auf die Seite legen konnten nach eigenen Angaben 16 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer. Nur ein knappes Drittel der Frauen (32 Prozent) legte mehr als 200 Euro zurück, was aber 44 Prozent der Männer gelang.
Mehr als die Hälfte der befragten Frauen (53 Prozent) hat nach eigenen Angaben noch nie Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere besessen. Als häufigsten Grund dafür nannten sie mangelnde Kenntnisse der Materie. Dennoch stieg zuletzt der Anteil der aktiven Investorinnen von 25 auf 31 Prozent. Bei den Männern waren es 47 Prozent, während 36 Prozent noch nie an der Börse aktiv waren. Grundsätzlich sind Frauen vom eigenen Finanzwissen weniger überzeugt als die Männer.
In Paarbeziehungen betonen die Frauen häufiger die gemeinsame Verantwortung fürs Finanzielle. Nur 31 Prozent nahmen für sich selbst in Anspruch, sich hauptsächlich um Geld- und Finanzangelegenheiten zu kümmern. Bei den Männern erklärten 53 Prozent, dass sie sich hauptsächlich kümmerten. Gemeinsame Verantwortung sahen 42 Prozent der Frauen, aber nur 29 Prozent der Männer.
Mit Blick auf die Absicherung im Alter geht fast die Hälfte der Frauen (46 Prozent) davon aus, dass es ihnen schlechter gehen wird. Bei den Männern erwarten nur 35 Prozent, dass sie im Ruhestand ihren Lebensstandard einschränken müssen. Frauen könnten infolge der ungleichen Lastenverteilung bei sogenannten Care-Arbeiten weniger Geld fürs Alter beiseitelegen, kritisiert der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Heiner Herkenhoff./ceb/DP/zb