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Experten: Ohne mehr Klimaschutz drohen höhere Staatsschulden

09.03.2026
um 00:34 Uhr

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Ohne zusätzliche Klimaschutzinvestitionen droht Deutschland einer Studie zufolge bis 2050 eine weit höhere Staatsverschuldung als bisher erwartet. Zur Mitte des Jahrhunderts könnte die deutsche Verschuldungsquote gemessen an der Wirtschaftsleistung um 52 Prozentpunkte höher ausfallen als auf Basis offizieller Prognosen der EU-Kommission ermittelt worden sei, schreibt die New Economics Foundation in einem Bericht. Für die EU-Länder im Durchschnitt gehen die Experten von einer um 58 Prozentpunkte höheren Staatsschuldenquote bis 2050 aus, sollte es beim "Weiter so" bleiben.

Folgen des Klimawandels sind teuer

Grund dafür seien die tatsächlichen wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels, die in den offiziellen Schuldenprognosen nicht berücksichtigt würden. Da die Klimakrise Produktivität, Infrastruktur und Sektoren wie Landwirtschaft, Verkehr und Energie schädige, gingen das Bruttoinlandsprodukt und die Steuereinnahmen zurück, schreiben die Autoren der Analyse.

Gleichzeitig steigen demnach die Kosten für Reparatur und Wiederaufbau nach Klimakatastrophen. Daher sei insgesamt ein Anstieg der Schuldenquoten zu erwarten, heißt es in dem Bericht.

Höhere Ausgaben für den Klimaschutz jedoch könnten den Anstieg der Schulden in den kommenden Jahrzehnten verringern, so die Experten. Wenn Deutschland jährlich zusätzlich zu Anpassungsmaßnahmen ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgebe, lägen die Staatsschulden 2050 nur 22 Prozentpunkte höher, berechneten sie.

Experte: Europa muss Klimainvestitionen priorisieren

Sebastian Mang von der New Economics Foundation sagt: "Manche behaupten, Europa habe kein Geld, um gegen die Klimakrise zu investieren. Diese Forschung zeigt das Gegenteil: Europa kann es sich nicht leisten, Klimainvestitionen nicht zu priorisieren."

Eine stärkere und widerstandsfähigere Wirtschaft entstehe nicht durch den Abbau grüner Regulierung, sondern durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und Technologien, die Europa wettbewerbsfähiger und sicherer machen. Beispiele dafür seien etwa günstigere erneuerbare Energien, Elektroautos, öffentlicher Verkehr und Wärmepumpen sowie Anpassungen an extremes Wetter./rdz/DP/zb