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EZB-Ratsmitglied sieht schnellere Zinserhöhung als bisher gedacht

11.03.2026
um 09:18 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Peter Kazimir, sieht wegen der Folgen des Kriegs im Nahen Osten die Möglichkeit einer schnelleren Zinserhöhung als bisher gedacht. "Ich würde sagen, eine Reaktion der EZB ist möglicherweise näher als viele denken", sagte der Präsident der Notenbank der Slowakei am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Konkret wollte der Notenbanker nicht über den Zeitpunkt einer Zinserhöhung bei den Zinsentscheidungen im April oder Juni spekulieren. "Aber wir werden bereit sein, bei Bedarf zu handeln", versicherte Kazimir.

Vorerst gilt es aber "Ruhe zu bewahren", sagte der Notenbanker. Die nächste Zinsentscheidung wird die EZB in der kommenden Woche am 19. März bekannt geben. Seit dem vergangenen Sommer hat die Notenbank ihre Leitzinsen nicht mehr verändert. Der für den Markt wichtige Einlagensatz liegt seitdem bei 2,0 Prozent.

Zuvor hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde versichert, alles Notwendige tun, um die Inflation unter Kontrolle zu halten. Es solle sichergestellt werden, dass die Folgen des Kriegs im Nahen Osten keinen Inflationsschub auslösen werden wie zuletzt in den Jahren 2022 und 2023, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine die Preise nach oben trieb.

"Heute herrscht so viel Unsicherheit, dass ich nicht genau sagen kann, was wir auf der Sitzung am 18. und 19. März beschließen werden", sagte Lagarde beim französischen Fernsehsender France 2. Allerdings machte sie auch deutlich, dass die EZB "keine überstürzte Entscheidung treffen wird", da die Unsicherheit und die Volatilität zu groß seien./jkr/stk