Bundesbank sucht neue Zentrale in Frankfurt
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Bundesbank wird nach der Sanierung ihrer Zentrale nicht wieder in das markante Betongebäude im Norden Frankfurts einziehen. "Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbank-Zentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße", teilte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel mit.
Daher suche die Bundesbank nun nach einer geeigneten Immobilie in Frankfurt. Zugleich habe die Stadt Frankfurt signalisiert, dass sie Teile des bisherigen Bundesbank-Standorts erwerben möchte. "Dies wäre aufgrund der besonderen Gegebenheiten der Liegenschaft rechtlich zulässig", erklärte die Bundesbank. Auf dem Gelände lagert in Tresoren mehr als die Hälfte der von der Notenbank für den deutschen Staat verwalteten Goldreserven.
Bundesbank hatte Pläne bereits deutlich zusammengestrichen
Das "Projekt Campus" zur Umgestaltung des Bundesbank-Areals begann vor fast zehn Jahren. Vorgesehen waren mehrere Neubauten: Kindertagesstätte, Sportzentrum, Gastronomiepavillon. Kosten nach einer Schätzung des Bundesrechnungshofes aus dem April 2024: rund 4,6 Milliarden Euro.
Nach Nagels Amtsantritt Anfang 2022 wurden die Pläne zusammengestrichen - auch wegen der Ausweitung von Homeoffice. Im August 2025 bekräftigte die Bundesbank: "Das ursprüngliche Projekt Campus ist passé." Statt mit 5.000 Büroarbeitsplätzen plant die Bundesbank nun mit gut 3.300 Arbeitsplätzen für die Beschäftigten ihrer Zentrale.
Auch eine abgespeckte Version des alten Standorts hätte sich der Bundesbank zufolge nicht gerechnet: "Die gesamten Investitionskosten am Standort Wilhelm-Epstein-Straße hätten rund 1,6 Milliarden Euro betragen. Darin wären nicht nur die Sanierung des ehemaligen Hauptgebäudes, sondern alle nötigen Anpassungen der Liegenschaft für die Unterbringung der Zentrale enthalten gewesen."
"Symbol der Stabilitätskultur"
Die Sanierung des von 1967 bis 1972 errichteten Hauptgebäudes, bisweilen als "nationales Symbol der Stabilitätskultur" geadelt, hatte Anfang 2022 begonnen. Der Betonbau, Stilrichtung "Brutalismus", war bis dato im Kern unverändert.
Für Mehraufwand und höhere Kosten sorgte, dass das 220 Meter lange, 17 Meter breite und 60 Meter hohe Gebäude im Mai 2022 auf Initiative des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen überraschend unter Denkmalschutz gestellt wurde. Daraus folgte etwa die Vorgabe, in den obersten beiden der 13 Stockwerke Wandbekleidungen und Türen im Originalzustand zu erhalten./ben/DP/stk