Taiwans Oppositionspartei KMT reist nach zehn Jahren wieder nach: China
TAIPEH/PEKING (dpa-AFX) - Inmitten der Spannungen zwischen Peking und Taipeh reist die Parteichefin der taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT) erstmals seit zehn Jahren wieder nach China. Chinas Kommunistische Partei und ihr Vorsitzender Xi Jinping hätten KMT-Chefin Cheng Li-wun eingeladen, vom 7. bis 12. April in die Volksrepublik zu reisen, erklärte der Leiter des Büros für Taiwan-Angelegenheiten in Peking.
Cheng versprach, sich für friedliche Beziehungen einzusetzen. Ob sie nach ihren Stationen Shanghai und der ostchinesischen Provinz Jiangsu in Peking Staatschef Xi treffen wird, ist noch unklar. Zuletzt war 2016 Hung Hsiu-chu als Chefin der chinafreundlichen KMT nach China gereist.
China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und drohte, die Insel auch mit dem Militär an sich zu binden. Peking sieht die seit 2016 regierende Demokratische Fortschrittspartei und ihren aktuellen Präsidenten Lai Ching-te als Separatisten, weil diese für eine Unabhängigkeit des demokratischen Landes steht, die Lai formal aber nicht anstreben will. Für seine Verteidigung ist Taiwan von Waffen und Hilfe der USA abhängig.
Chengs Besuch erfolgt gut einen Monat vor dem geplanten China-Besuch von US-Präsident Donald Trump./jon/DP/stw