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Ostdeutsche Chemiebranche sieht Landtagswahlen als richtungsweisend

04.04.2026
um 09:27 Uhr

BERLIN/LEUNA (dpa-AFX) - Die Chemieindustrie warnt mit Blick auf die Landtagswahlen in Ostdeutschland vor politischen Risiken für den Standort. Neben Sachsen-Anhalt wird im September auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. In Umfragen liegt die AfD sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern derzeit vorn.

"Was ich bei unseren Unternehmen sehe, ist schon eine gewisse Sorge über den Wahlausgang", sagte die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler.

Branche sieht politische Risiken für Standort

Einen Austausch mit der AfD gebe es derzeit nicht. Die Partei verfüge aus Sicht der Branche in einer "sehr, sehr schwierigen und anspruchsvollen wirtschaftlichen Lage" nicht über ausreichende Erfahrung.

Die Unternehmen stehen bereits unter Druck - durch hohe Energie- und Rohstoffkosten, eine schwache Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen sowie geopolitische Unsicherheiten. Das zeigt sich etwa an angekündigten Stilllegungen großer Anlagen wie beim US-Konzern Dow oder an Krisenfällen wie Domo in Leuna.

Schmidt-Kesseler verweist auf die Bedeutung europäischer Zusammenarbeit für die Industrie. Die Wirtschaft sei darauf angewiesen, "dass man in Europa bestimmte Dinge richtig einhält".

Wie die Wahl ausgehe, sei offen. Schmidt-Kesseler rechnet damit, dass viele Wähler ihre Entscheidung kurzfristig treffen. Es werde eine "sehr, sehr herausfordernde Wahl"./djj/DP/zb