WIEN (dpa-AFX) - Positive Signale aus dem Nahen Osten haben dem ATX
Nach einem lange lustlosen Handelsverlauf kletterte der ATX nach der Meldung bis auf ein Allzeithoch von gut 5.972 Punkten. Aus dem Handel ging er mit einem Aufschlag von 1,57 Prozent bei 5.957,70 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Gewinn von rund zweieinhalb Prozent.
Für den ATX Prime ging es am Freitag um 1,59 Prozent auf 2.947,17 Zähler nach oben. Das europäische Umfeld schloss ebenfalls fester. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent (Juni-Kontrakt), der am Vorabend noch knapp an die Marke von 100 US-Dollar herangereicht hatte, fiel hingegen wieder unter 90 US-Dollar.
Auch aus charttechnischer Sicht spreche derzeit wenig gegen eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, sagte Erste-Group-Analyst Christoph Schultes bereits vor den jüngsten Neuigkeiten. Demnach könnte der ATX in der kommenden Woche die Marke von 6.000 Punkten in Angriff nehmen. Auch auf fundamentaler Ebene dürfte die nächste Woche richtungweisend werden, wenn das ATX-Schwergewicht Bawag
Bei den Wiener Einzelwerten zogen einmal mehr AT&S die Aufmerksamkeit auf sich. Die Titel des steirischen Leiterplattenherstellers kennen seit Tagen kein Halten mehr und legten am Berichtstag noch einmal um gut 13 Prozent auf 84,70 Euro zu. Allein in dieser Woche stieg der Aktienkurs um über ein Viertel, während sich der Gewinn seit Jahresbeginn auf gut 163 Prozent beläuft. Seit dem Mehrjahrestief von Ende 2024 hat sich der Aktienkurs mehr als verachtfacht.
Zu einem freundlichen Branchenumfeld gesellten sich für AT&S vor dem Wochenende positive Impulse von Analystenseite. So hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Titel bereits zum zweiten Mal in dieser Woche an, diesmal von 82 auf 100 Euro. Analyst George Brown verwies auf die Nachfragedynamik durch agentische KI, wobei sich AT&S in der Branche in einer einzigartigen Position befinde. Denn während die Mitbewerber weiterhin mit Kapazitätsengpässen zu kämpfen hätten, würden die Auslastungsraten in den bestehenden AT&S-Werken voraussichtlich rasch steigen, so Brown.
Einzige Verlierer im Leitindex waren dagegen die Öl- und Versorgeraktien, die von den niedrigeren Energiepreisen belastet wurden. Verbund und OMV
Weitere Analystenkommentare gerieten in den Hintergrund. Für Erste Group
Auch Voestalpine
Titel des Ölfeldausrüsters SBO fielen um 2,3 Prozent auf 35,65 Euro. Analyst Alexander Zienkowicz von MWB Research sieht angesichts des jüngsten Kursanstiegs nur noch ein eingeschränktes Aufwärtspotenzial. Er stufte die Aktie daher auf "Hold" ab und hielt an seinem Kursziel bei 39,00 Euro fest./spa/mik/APA/he