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APA ots news: eFuels, Verbrenner-Aus und Europas Industrie-Zukunft: Experten fordern Kurskorrektur bei EU-Autopolitik
Die EK bekannte sich zwar zur Technologieoffenheit, die
Inhalte zielen aber in die Gegenrichtung
Wien (APA-ots) - Die Vorschläge der Europäischen Kommission zum neuen
Automotiv-Paket
stoßen in Wirtschaft und Wissenschaft auf Kritik. Kritisiert wird vor
allem, dass die Vorschläge der Kommission keine tatsächliche Abkehr
vom "Zero-Emission-Ansatz" erkennen lassen. Die EK bekannte sich zwar
zur Technologieoffenheit, die Inhalte zielen aber in die
Gegenrichtung. Im Rahmen einer exklusiven Medienrunde am 5. Mai 2026
in Wien sowie der darauffolgenden "Energy Transition Innovation
Talks" am 6. Mai 2026 brachten hochkarätige Expert:innen ihre
Positionen in die aktuelle Diskussion ein - und ordneten die
zentralen Streitpunkte strategisch ein.
Zwtl.: Wissenschaft sieht Defizite im EU-Ansatz
Christian Beidl, Leiter am Institut für
Verbrennungskraftmaschinen und Fahrzeugantriebe an der TU Darmstadt,
formuliert das aktuelle Dilemma so: " Leider erleben wir eine
polarisierte unsymmetrische Diskussion zu E-Mobilität. Aber E-
Antriebe und Verbrennungsmotoren ergänzen sich. Ohne speicherbare
grüne Moleküle gibt es in Zukunft kein stabiles Energiesystem und
ohne Technologievielfalt keine Resilienz. " Eine Überarbeitung des
Automotiv-Pakets sei daher entscheidend für Europas Zukunft. Unter
anderem fordert er, dass Fahrzeuge, die mit nachhaltigen Kraftstoffen
betrieben werden, hinsichtlich ihrer Klimawirkung gleichwertig zu E-
Fahrzeugen behandelt werden müssen. Auch die "Hard-to-Abate-Sektor"-
Diskussion sei nicht zielführend. Beidl betont vielmehr: " Wirksamer
Klimaschutz im Einklang mit wirtschaftlicher Stabilität kann ohne
erneuerbare Kraftstoffe nicht gelingen. "
Zwtl.: Technologieoffenheit statt Verbote
Einen Technologiepfad festzulegen, bedeutet, dass man sich von
technischem Fortschritt abkoppelt. " Innovation bedeutet Wohlstand.
Technologieverbote verhindern Innovation und schaden damit uns allen
", stellt Christian Holzhauser, Obmann der Sparte Transport und
Verkehr der Wirtschaftskammer Wien, klar. Wolfgang Böhm,
Fachgruppenobmann der Transporteure in der Wirtschaftskammer Wien,
ergänzt: " In der Transportwirtschaft zählen Pünktlichkeit und
Effizienz. Die erreichen wir nur, wenn wir die besten Lösungen nutzen
dürfen - dafür brauchen wir Technologieoffenheit und keine Verbote. "
Jürgen Roth, Präsident der eFuel Alliance Österreich,
unterstreicht die Bedeutung eines breiten Ansatzes: " Es fahren
gerade einige Züge aus dem Bahnhof, die sollte die EU nicht
verpassen. Nichtfossile Kraftstoffe sind ein Schlüssel zur
Verminderung der Abhängigkeit von Erdölimporten und haben am meisten
Reduktionspotenzial. Für ein Land wie Österreich, das schneller als
die anderen klimaneutral werden will (2040 statt 2050), sind diese
innovativen Kraftstoffe ein Muss. " Deutschland hat den Weg zu eFuels
bereits eingeschlagen, bis 2030 sollen allein für den Straßenverkehr
670 Millionen Liter bereitgestellt werden. China macht sich auf den
Weg, um den Verbrenner neu zu erfinden, in hocheffizienten
klimaneutralen gewichtsreduzierten Motoren mit elektrischem Antrieb
und Verbrenner.
Zwtl.: Industrie fordert mehrgleisige Transformationspfade
Auch aus Sicht der Industrie ist eine Nachjustierung notwendig.
Für Maximilian Schwenke von der BMW Group München läuft das aktuelle
Automotiv-Paket "faktisch auf ein Verbrennerverbot hinaus - lediglich
versehen mit kosmetischen Korrekturen". Die Vorschläge der Kommission
würden die realen Rahmenbedingungen von Markt, Infrastruktur und
globalem Wettbewerb nicht ausreichend berücksichtigen. Für eine
erfolgreiche Transformation brauche es ein breiteres Instrumentarium.
" Erneuerbare Kraftstoffe sind ein unverzichtbarer Hebel - nicht nur
für Neufahrzeuge, sondern vor allem auch für die bestehende
Fahrzeugflotte ", so Schwenke. Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit
seien kein Widerspruch, wenn Regulierung technologieoffen gestaltet
werde.
Zwtl.: Versorgungssicherheit und Resilienz sprechen auch für eFuels
Neben Klimaschutz und Industriepolitik gewinnt ein weiterer
Aspekt zunehmend an Bedeutung: Die Energie- und Versorgungssicherheit
Europas. eFuels könnten hier eine strategische Rolle spielen - etwa
als Absicherung gegen drohende Engpässe bei Erdöllieferungen. Stephan
Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance Österreich und Dozent
an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Schwerpunkt Umwelt- und
Klimarecht, hebt hervor: " Eine nachhaltige Energie- und
Mobilitätsstrategie muss immer auch geopolitische Risiken
berücksichtigen. Europa braucht Lösungen, die nicht nur
klimaverträglich, sondern auch krisenfest und global skalierbar sind.
Wir begrüßen, dass Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer eine
Importstrategie mit Schwerpunkt Wasserstoff und eFuels angekündigt
hat. Wenn wir schon importierten müssen, dann bitte diversifiziert
und nichtfossil. "
Zwtl.: Europa muss Risiken balancieren
Die europäische Automobilindustrie steht unter massivem Druck.
Zwischen verschärften Klimavorgaben, globalem Wettbewerb und
strukturellem Wandel drohen weitere Standortverluste. " Es geht
darum, global wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig die
Klimaziele zu erreichen ", betont Hans Jürgen Salmhofer aus dem
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur. Das
Automotiv-Paket könne dafür wichtige Impulse setzen.
Roman Haider, FPÖ-Abgeordneter zum Europäischen Parlament,
fordert ebenfalls ein rasches Umdenken: " Solange der Green Deal und
das Netto-Null-Ziel den politischen Kompass bestimmen, bekämpfen wir
Symptome statt Ursachen - und treiben Europas Wirtschaft sehenden
Auges in die Sackgasse. " MEP Jens Gieseke (EPV) und Berichterstatter
des Europäischen Parlaments begrüßt das Tätigwerden der Kommission,
sieht aber erheblichen Verbesserungsbedarf. Auch er fordert echte
Technologieoffenheit und Verzicht auf kleinteilige Einschränkungen. "
Es brauche Regeln, die in der Praxis umsetzbar sind. Alles andere
schwäche den heimischen Standort und helfe dem ausländischen
Mitbewerb. "Der Gesetzgeber hat auf den Kunden vergessen. Jeder Kunde
hat eigene Bedürfnisse, und nicht für alle sind E-Autos die beste
Lösung ", sagt der Vorsitzende der Automobilimporteure und stv.
Obmann des Fahrzeughandels in der WKÖ Günther Kerle.
Stephan Schwarzer warnt vor einem weiteren Zeitverlust und
fordert entschlossenes Handeln: " Die EU muss jetzt rasch Eckpflöcke
einschlagen, um weiteren Schaden abzuwenden, Arbeitsplätze zu sichern
und gleichzeitig wirksamen Klimaschutz voranzubringen. Hätten wir vor
zehn Jahren begonnen, in eFuels zu investieren, stünde Europa
angesichts der drohenden Sperre wichtiger Handelswege wesentlich
besser da. "
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
eFuel Alliance Österreich
Dr. Stephan Schwarzer
Telefon: 0664/3818826
E-Mail: s.schwarzer@efuel-alliance.at
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