DGB-Chefin verlangt Respekt für Beschäftigte
BERLIN (dpa-AFX) - Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Yasmin Fahimi, verlangt in der Debatte um Sozialreformen mehr Respekt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. "Die Beschäftigten in diesem Land sind fleißig, zuverlässig, kompetent und engagiert", sagte Fahimi beim DGB-Bundeskongress in Berlin. Sie wende sich dagegen, was einige in der Politik und anderswo über die Leistungsbereitschaft der Menschen schwätzten. Die Beschäftigten seien die Grundlage für eine gesunde Wirtschaft. "Es ist wirklich endlich Zeit, wieder Respekt ihnen entgegenzubringen."
Fahimi wandte sich gegen eine "Sozialabbaurhetorik": Sie wolle weismachen, dass es eine große Reform sei, wenn Änderungen möglichst schmerzhaft für die meisten seien. "Wer von einem überbordenden Sozialstaat redet, verbreitet schlicht und ergreifend die Unwahrheit." Die Sozialabgaben in Deutschland seien gemessen am Bruttoinlandsprodukt nicht besonders hoch. Allerdings sei die Belastung von Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialbeiträge im Schnitt deutlich höher als bei Aktienerträgen oder großen Vermögen. "Genau an dieser Schieflage müssen wir arbeiten."
Die DGB-Chefin kritisierte auch soziale Schieflagen bei Einsparplänen für die Gesundheitsausgaben und beim Bundeszuschuss für die Rente. Sie wandte sich erneut scharf gegen ein Aufweichen des Acht-Stunden-Tags.
Fahimi war am Morgen mit großer Mehrheit als Vorsitzende bestätigt worden./sam/DP/jha