ROUNDUP: Nach Kiews Drohnenangriff auf Wohnheim steigt Zahl der Toten
MOSKAU (dpa-AFX) - Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim einer Berufsschule im russisch besetzten Gebiet Luhansk ist die Zahl der Toten laut Behörden auf 18 gestiegen. Es seien weitere Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Starobilsk gezogen worden, teilte das russische Zivilschutzministerium mit. Unter den Trümmern würden noch drei Vermisste vermutet. Die Suche nach ihnen dauert demnach an. Die Behörden hatten die Zahl der Toten nach dem Angriff am Freitag immer wieder erhöht.
Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär einen "Terrorakt" vorgeworfen. Seinen Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, das Kiew nun von Moskaus Besatzung befreien will.
Der ukrainische Generalstab warf Russland nach den Vorwürfen Putins Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen.
Angriff auch Thema bei Vereinten Nationen
Putin hatte behauptet, es habe dort kein militärisches Ziel gegeben. Er sprach am Freitag von 6 Toten, 39 Verletzten und 15 Vermissten. Er kündigte auch eine Antwort auf den ukrainischen Schlag an. Auf Antrag Russlands befassten sich die Vereinten Nationen mit dem Angriff.
UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte die Attacke. "Jeden Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verurteilen wir scharf, egal wo sie geschehen", sagte ein Sprecher von Guterres in New York. Der UN-Generalsekretär habe immer wieder betont, dass solche Angriffe völkerrechtswidrig seien und sofort aufhören müssten.
Beide Kriegsparteien behaupten stets, nur militärische Ziele anzugreifen. Trotzdem kommt es auf beiden Seiten immer wieder zu Toten und Verletzten unter Zivilisten sowie zur Zerstörung ziviler Infrastruktur. Die Verluste durch die russischen Angriffe in der Ukraine sind dabei um ein Vielfaches höher. Gleichwohl gibt es inzwischen mit Fortschreiten der ukrainischen Drohnentechnologie und vermehrten Angriffen Kiews auf Ziele in Russland auch mehr Opfer in der Zivilbevölkerung des Landes, das den Krieg begonnen hat./mau/DP/zb