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Estland: Abgestürzte Drohne mit Sprengsatz entdeckt

22.06.2026
um 20:37 Uhr

TALLINN (dpa-AFX) - Im Südosten Estlands ist eine abgestürzte Drohne gefunden worden, die mit rund fünf Kilogramm Sprengstoff beladen war. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelt es sich vermutlich um ein unbemanntes Flugobjekt, das Anfang Juni in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Die Drohne sei von einem Anwohner beim Mähen im hohen Gras auf einem Feld in der Gemeinde Rõuge entdeckt worden. Einige Trümmerteile seien auch in einem Baum gefunden worden, von dem sie vermutlich heruntergefallen seien, sagte der Leiter der estnischen Sicherheitspolizei, Harrys Puusepp, dem estnischen Rundfunk.

Puusepp vermutete, dass die Drohne am 3. Juni während eines ukrainischen Angriffs auf Russland auf einem Feld abstürzte. Radargeräte der estnischen Luftwaffe hatten damals mehrere Flugobjekte erfasst, woraufhin Nato-Kampfjets aufgestiegen. Kurz darauf sei das Radarsignal der Drohne aber in der Nähe des Fundorts der Trümmerteile verschwunden.

Nach Angaben von Puusepp wurde der Fund der Drohne bereits am 10. Juni gemeldet und der Flugkörper anschließend vor Ort von Ermittlern untersucht. Der Gefahrenbereich sei abgesperrt worden und Unbeteiligte nicht gefährdet gewesen. Wegen einer großangelegten Militärübung sei die Öffentlichkeit aber erst jetzt darüber informiert worden, sagte der Behördenleiter.

Wiederholte Vorfälle mit Drohnen

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Dabei hatte das ukrainische Militär in den vergangenen Wochen wiederholt Ziele im Nordwesten Russlands nahe der Grenze zu Estland angegriffen. Bei den Angriffen sind mehrmals fehlgeleitete ukrainische Drohnen auch in den estnischen Luftraum eingedrungen und einige abgestürzt.

Moskau hatte Estland - wie auch Lettland und Litauen - nach den Angriffen auf die Hafen- und Militäranlagen mehrfach vorgeworfen, der Ukraine ihren Luftraum zur Verfügung zu stellen. Die Regierungen in Tallinn, Riga und Vilnius wiesen die unbelegten Behauptungen entschieden als Desinformation zurück./awe/DP/zb