UN: Mehr als 11.000 Gebäude im südlichen Libanon zerstört
BEIRUT (dpa-AFX) - Im Kriegsgebiet im südlichen Libanon sind einem neuen UN-Bericht zufolge mehr als 11.000 Gebäude vollständig zerstört worden. Die entstandenen Schäden werden auf 1,38 Milliarden US-Dollar geschätzt, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP). Der Bericht wurde zusammen mit dem Nationalen Rat für Forschung veröffentlicht, der seit 2023 Kriegsschäden im Libanon im Auftrag der Regierung untersucht.
Der Bericht befasst sich mit Gebieten südlich des Flusses Litani, der eine wichtige Grenzlinie im Krieg Israels mit der Hisbollah darstellt. Untersucht werden unter anderem Bezirke Tyrus, Nabatija und Bint Dschubail. Durch die Zerstörung von fast 11.100 Gebäuden seien dort 18.000 Wohneinheiten betroffen. 2.200 weitere Gebäude seien teils beschädigt und 9.300 gering beschädigt. Für den Bericht wurden unter anderem Satellitenaufnahmen aus dem April verglichen mit Aufnahmen aus dem vergangenen Oktober. Nicht untersucht wurden Straßen, Brücken oder Strom- und Wasseranlagen.
Der südliche Libanon ist seit Monaten ein aktives Kriegsgebiet, viele Ortschaften sind komplett zerstört und unbewohnbar. Israels Armee setzt bei seiner Bodenoffensive auch Sprengstoff und Baufahrzeuge ein, um Gebäude in dem Gebiet zu zerstören. Das erklärte Ziel dabei ist, die Infrastruktur der vom Iran unterstützten Hisbollah zu zerstören und neue Angriffe der Miliz zu verhindern. Libanons Regierung spricht dagegen von einer "kollektiven Bestrafung" der Libanesen, bei der eine Rückkehr von Bewohnern des Südens verhindert werden soll./jot/DP/stw