Sachsens Kultusminister: Familiensplitting statt Ehegattensplitting
DRESDEN (dpa-AFX) - Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hält eine steuerliche Entlastung von Familien und Alleinerziehenden für geboten. Das Ehegattensplitting sei kein zeitgemäßes Instrument zur Familienförderung mehr, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. "Das Ehegattensplitting wurde 1958 eingeführt, um Familien zu fördern. Doch heute bleibt fast die Hälfte aller Ehen kinderlos." Die Unterstützung komme nicht dort an, wo sie benötigt werde.
Familien müssen gezielter entlastet werden
"Familien müssen gezielter entlastet werden. Ich bin dafür, das Ehegattensplitting durch Familiensplitting zu ersetzen. Familiensplitting sorgt dafür, dass die finanzielle Entlastung dort ankommt, wo die Verantwortung für die nächsten Generationen getragen wird: bei Familien und Alleinerziehenden", sagte der Minister.
Clemens zufolge kommt die Anpassung des Steuermodells nicht nur den Familien zu Gute, sondern auch Alleinerziehenden, die bisher nicht von Steuervorteilen profitieren - obwohl sie finanzielle und organisatorische Lasten alleine schultern.
In Deutschland gilt bisher das Ehegattensplitting
Das Familiensplitting ist ein alternatives Steuermodell, bei dem das Einkommen einer Familie zusammengelegt und auf alle Haushaltsmitglieder aufzuteilen. Mit jedem weiteren Kind würde die Steuerlast sinken. Beim Ehegattensplitting wird das gemeinsame Einkommen von Eheleuten dagegen durch zwei geteilt. Forderung nach einer Reform der Regelung kommen auch aus anderen Parteien wie der SPD./jos/DP/zb