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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Anleger machen Kasse

26.06.2026
um 18:36 Uhr

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Nach den Vortagesgewinnen haben Europas wichtigste Aktienmärkte zum Wochenschluss den Rückwärtsgang eingelegt. Die Bedenken angesichts hoher Bewertungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) seien zurück, schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Hinzu komme die Sorge wegen einer möglichen Knappheit an Speicherchips. "Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Anlegerinnen und Anleger werden generell vorsichtiger. Die Risikoaversion nimmt zu."

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,73 Prozent auf 6.221,55 Punkte. Damit ergibt sich für den Leitindex der Eurozone auf Wochensicht nach fünf Anstiegen in Folge nun ein Minus von 1,14 Prozent. Außerhalb des Euroraums sank der Schweizer SMI am Freitag nach dem Rekordhoch vom Donnerstag um 0,42 Prozent auf 14.172,71 Zähler. Der britische FTSE 100 verlor 0,21 Prozent auf 10.508,02 Punkte.

Nach Einschätzung des Marktexperten Timo Emden von Emden Research geben geldpolitische Unsicherheiten wieder stärker die Richtung vor. "Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass die KI-Euphorie nicht jeden Bewertungsmaßstab außer Kraft setzen kann."

Die Vortagserholung der Technologiewerte erwies sich am Freitag als Strohfeuer. In Asien nahmen die Anleger zu Wochenschluss wieder massiv Gewinne mit. Der Sektor litt unter Zweifeln an der kurzfristigen Rentabilität von KI-Investitionen sowie der Nachricht, dass Apple Preiserhöhungen für einige Geräte angekündigt hatte, um die drastisch gestiegenen Kosten für Speicherchips weiterzugeben. Dies schürte Ängste vor einer nachlassenden Nachfrage im Privatkundengeschäft.

Im Halbleiterbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung in der Branche auch die Aktien von ASML und STMicro , die um ein und 3,8 Prozent nachgaben. Für die Papiere der Technologiekonzerne Schneider Electric und ABB ging es um 1,3 und 2,5 Prozent abwärts.

Aus Branchensicht mussten auch Ölwerte deutliche Einbußen hinnehmen. Die Ölpreise hatten am Freitag nach einer kurzen Erholung am Vortag ihre jüngste Talfahrt fortgesetzt. Rohstoffexpertin Barbara Lambrecht von der Commerzbank sagte, dass die Aussicht auf eine Normalisierung des Angebots aus der Golfregion die Notierungen belaste.

Die Anteilsscheine von Safran büßten mehr als drei Prozent ein. Der Triebwerkhersteller befindet sich in exklusiven Verhandlungen über eine mögliche Übernahme von Exail , einem französischen Hersteller von minenzerstörenden Seedrohnen. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von 128,50 Euro je Aktie. Die Anteilsscheine von Exail schnellten um gut ein Viertel auf fast 117 Euro in die Höhe./la/stw

Infront EU 50

WKN 965814 ISIN EU0009658145

Infront Frankreich

WKN 969400 ISIN FR0003500008

Infront GB 100

WKN 969378 ISIN GB0001383545

Infront Schweiz

WKN 969000 ISIN CH0009980894