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Wegen Russland: Chinas Botschafter ins Außenamt gebeten

03.07.2026
um 21:17 Uhr

BERLIN/BRASÍLIA (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat der Regierung in Peking unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie eine Ausbildung russischer Soldaten durch China missbilligt. "China muss wissen, dass dieser russische Aggressionskrieg gegen die Ukraine unsere Kerninteressen bedroht", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Rande seines Besuchs in Brasilien in der Hauptstadt Brasília. Das Auswärtige Amt hatte den chinesischen Botschafter an diesem Donnerstag zu einem dringlichen Gespräch gebeten. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

Die Bundesregierung habe Berichte, wonach in China russische Soldaten ausgebildet würden, "mit großer Besorgnis" gelesen, sagte Wadephul. Europa sei selbstverständlich bereit, seine Kerninteressen zu verteidigen. "Dieser Krieg muss zu einem Ende gebracht werden und es darf wirklich keine einzige Maßnahme auch von außen geben, um diesen Krieg fortzuführen", sagte er mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

Man habe mit dem chinesischen Botschafter "intensiv, aber auch sehr offen" gesprochen, fügte Wadephul hinzu. "Wir werden auch weiter mit der chinesischen Seite im Gespräch bleiben müssen, weil wir Unklarheiten dort nicht akzeptieren können."

Russland als "größte Bedrohung"

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es laut "Spiegel" zudem, Russland bleibe "die größte Bedrohung unserer euroatlantischen Sicherheit". Chinas "entscheidende und wachsende Unterstützung" für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine betreffe daher "direkt unsere Sicherheit". Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe bei seinem Besuch in China im Februar das Thema gegenüber dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping angesprochen, hieß es laut "Spiegel" weiter. Auch bespreche man das Thema intensiv mit den europäischen Partnern.

Die Bitte um ein dringliches Gespräch ist ein Mittel des deutlichen diplomatischen Protests, aber noch keine formelle Einbestellung./shy/DP/he