HAMBURG (dpa-AFX) - Deutschlands maritime Zuliefererindustrie rechnet dank florierender Geschäfte bei Reedereien mit anhaltendem Wachstum. Mehr als 80 Prozent der Mitglieder erwarteten zunehmende oder konstanten Auftragseingänge, berichtete die Marinesparte des Maschinenbauverbandes VDMA. Die Auftragseingänge stiegen demnach 2025 um fünf Prozent.
"Der Branche geht es exzellent gut", sagte der Vorsitzende des Verbands, Martin Johannsmann. Die Reedereien profitierten von einer guten Ertragslage und reinvestierten einen großen Teil der Gewinne. Die Mittel flössen in den Neubau von Schiffen und in die Modernisierung und Instandhaltung der Flotten, was auch den Bedarf an Ersatzteilen steigere.
2025 steigerte die maritime Zuliefererindustrie das vierte Jahr in Folge die Umsätze - und zwar im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Dieses Jahr erwartet der VDMA einen Umsatz von 13 Milliarden Euro, was einem Plus von vier Prozent entspräche.
Heterogene Branche
Der VDMA Marine Equipment and Systems arbeitet mit unterschiedlichen Segmenten der Schifffahrt zusammen und beliefert beispielsweise Werften, die Kreuzfahrtschiffe, Jachten und Marineschiffe bauen. "Die Schifffahrtzulieferung ist eine sehr heterogene Branche", sagte Johannsmann. Die Zuliefererindustrie sei dadurch nicht von einer Kundengruppe abhängig.
Deutschlands maritime Zulieferer sitzen nicht allein an der Küste, sondern verteilen sich auf Deutschland. Die meisten Umsätze werden von Unternehmen in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen erzielt. Geld wird überwiegend im Ausland verdient, die Exportquote lag bei hohen 80 Prozent.
Die Mitglieder des Verbands beliefern Schiffbauer, Reedereien und Unternehmen der Öl- und Gasindustrie auf See. Dem Verband zufolge beschäftigt die Branche rund 65.000 Mitarbeiter.
U-Boote aus Deutschland für Kanada
Den jüngst bekanntgewordenen Großauftrag für den Kieler Marineschiffbauer TKMS
Am Montag wurde bekannt, dass TKMS bis zu zwölf U-Boote nach Kanada liefern soll. Das hatte der kanadische Premierminister Mark Carney mitgeteilt. Der deutsche Hersteller stach einen südkoreanischen Konkurrenten aus. Der Vertrag muss aber noch ausgehandelt werden./lux/DP/jha