dpa-AFX Compact

EQS-News: Temperature loading! (deutsch)

08.07.2026
um 09:00 Uhr

Temperature loading!

^
EQS-News: mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG / Schlagwort(e): Sonstiges
Temperature loading!

08.07.2026 / 09:00 CET/CEST
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

---------------------------------------------------------------------------

Temperature loading!
Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb
Wertpapierhandelsbank AG

"Bleibt zu Hause, das ist eine Notlage", schlagzeilt das Boulevardblatt mit
den vier Buchstaben am 25.06.2026 - verbunden mit der drastischen
Beschreibung: "Das ist kein Sommer, das ist sengende Hitze. Kochend heiß und
höllisch gefährlich." Und das war nur eine der dramatischen Schlagzeilen,
die wir in den letzten Tagen weltweit lesen konnten.

Ausgerechnet diese Publikation hat sich in der Vergangenheit konsequent
gegen Klimaschutz positioniert - etwa mit der Schlagzeile "Klimawandel ist
doch kein Weltuntergang":
https://www.lobbycontrol.de/lobbyismus-und-klima/welt-bild-und-co-kampagne-mit-falschinformationen-zur-klimakrise-125317/

Dazu passte der Kampf um das sogenannte "Heizungshammer-Narrativ" ebenso wie
der stets herausgehobene Punkt, Klimaschutz führe zu Deindustrialisierung
und Arbeitsplatzverlusten.

Arbeitsplatzverluste allerdings hat Deutschland auch wegen des Kampfes gegen
den Klimaschutz erlebt. Schon zwischen 2009 und 2013 war Peter Altmaiers
damalige Staatssekretärin Katherina Reiche nach Ansicht von Kritikern
mitverantwortlich für den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in der einst
führenden deutschen Solarindustrie durch den Abbau der EEG-Förderung. Diese
Produkte kommen heute zu großen Teilen aus China.

Und die Dame im Wirtschaftsministerium knüpft konsequent daran an - durch
Pläne zur Abschaffung der Solarförderung ab 2027 und den sogenannten
"Redispatch-Vorbehalt", der vorsieht, dass Netzbetreiber Solaranlagen bei
Überlastung abregeln dürfen.

Zum Glück gelingt nicht alles, was aus diesem Hause kommt. Der
Koalitionsvertrag versprach großspurig, "Habecks Heizungshammer", ein
"gebäudeenergietechnisches Spaßverderber-Gesetz", abzuschaffen.

Und heute holt die Realität die Ideologie wieder ein. Denn wie eine aktuelle
Studie von "von Poll Immobilien" für Hamburg zeigt, sind die Preise von
Wohnimmobilien mit hoher Energieeffizienz deutlich höher. Hier macht nur die
Fernwärme der Wärmepumpe Konkurrenz. Und der Absatz von Wärmepumpen brummt
weiter.

Nach dem Einbruch 2024 stieg der Absatz von wassergeführten
Heizungswärmepumpen 2025 um 55 Prozent auf rund 299.000 Geräte. In den
ersten Monaten 2026 setzte sich die Erholung fort.

Das hält die Bundesregierung nicht davon ab, sich diesem Trend zu
widersetzen. Denn die Erholung basiert maßgeblich auf den verlässlichen
Zuschüssen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Hier drohen Kürzungen.
Gleichzeitig sorgt die Verschiebung der verbindlichen Umsetzung der
65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Regelung in größeren Kommunen für neue
Verunsicherung.

Warum müssen Sie dieses "grüne" Geschreibe von uns lesen? Weil es erst der
Anfang ist. Und weil die Schäden durch den Klimawandel viel größer werden
als die Ersparnisse durch die Umkehr des Fortschritts.

Schauen wir global auf die aktuelle Situation.

Am 05.06. veröffentlichte die Washington Post einen Bericht mit dem Titel:

"The Pacific Ocean is running a fever. Why that's an ominous sign".

Der Bericht thematisiert eine gigantische marine Hitzewelle im Pazifischen
Ozean, die sich über eine Fläche erstreckt, die ein Vielfaches der USA
umfasst. Das Phänomen trifft mit einem starken El-Niño-Effekt am Äquator
zusammen. Wissenschaftler warnen vor extremen Wetterfolgen, Super-Taifunen
sowie deutlich mehr Starkregen und Stürmen.

Es ist eine der größten jemals dokumentierten zusammenhängenden Hitzezonen
im Meer. Die enorme gespeicherte Energie im Wasser kann die weltweiten
Wettermuster in den kommenden Monaten mit weitreichenden Kettenreaktionen
erheblich beeinflussen.

Und ach ja ... dann war da noch ein nahender sehr starker El Niño, der 2027
zu einem der heißesten Jahre der Geschichte machen könnte:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/el-nino-erwartet-was-das-phaenomen-fuer-die-welt-bedeutet-a-b4e7c0e7-efb8-4f50-b2c9-84604c0d077c

Was hat das alles mit Kapitalmarkt zu tun?

Eine ganze Menge. Die UN-Ernährungsorganisation FAO macht nicht den
Eindruck, als halte sie das Ganze für eine Wetterlaune. Der FAO Food Price
Index ist zuletzt zwar nicht sprunghaft gestiegen, aber die FAO verweist auf
wetterbedingte Risiken für die kommende Agrarsaison - unter anderem bei
Getreide. Reis ist ebenfalls bereits angesprungen. Kakao und Kaffee
explodieren gerade. Die Liebhaber von Schokolade sollten sich vielleicht
einen kleinen Handbestand an die Seite legen. Auf alles gibt es
Finanzinstrumente. Ob es moralisch vertretbar ist, auf so etwas zu zocken,
muss jeder selbst entscheiden. Es gibt Stimmen, die sagen, Bauern würden von
den durch die Marktbewegung anspringenden Preisen profitieren.

Bei Soja zeigt sich, wie schief diese Betrachtung ist: El Niño kann Erträge
und Handelsströme in Südamerika verschieben - Gewinner und Verlierer liegen
nicht in der Moral, sondern auf der Wetterkarte.

Die angeblich abebbenden Auseinandersetzungen um die Straße von Hormus haben
die Preise für Düngemittel bereits in die Höhe getrieben. Zugleich wird der
Schiffsverkehr ungemütlicher. Für Reeder, Versicherer und Prämien.

Steigende Lebensmittelpreise haben einen Reallohneffekt, der Rückwirkungen
auf die künftige Zinspolitik haben kann. Inflation kommt nicht nur aus
Lohnrunden, Energiepreisen oder Notenbankmodellen. Manchmal kommt sie vom
Feld. Oder vom Regen, der ausbleibt. Papiere aus der Agrar- und
Düngemittelindustrie könnten hier auf Sicht profitieren.

Nicht nur die Chemieindustrie hat ein Niedrigwasser-Risiko. Das hat uns die
Hitzewelle gezeigt. In Frankreich mussten Atomkraftwerke wegen hoher
Flusstemperaturen und regulatorischer Kühlwassergrenzwerte gedrosselt
werden. Ein Effekt, den die Schweizer 2025 bereits erleben durften. Die
These, der Wiedereinstieg in die Atomkraft könne das Klimathema lösen,
landet plötzlich im Reich der ideologischen Fabeln.

Die drohenden Wetterphänomene sind für große Rückversicherer Bedrohung und
Geschäftsmodell zugleich. Höhere Schadenssummen belasten die Bilanzen.
Gleichzeitig werden gute Risikomodelle, Prämienmacht und harte
Zeichnungspolitik plötzlich nicht mehr langweilig, sondern
Überlebensvorteil. Wer Risiken besser versteht, kann sie besser bepreisen.
Wer sie unterschätzt, bezahlt sie.

Die Renditen sogenannter "Cat Bonds" - Instrumente, mit denen Versicherungen
extreme Risiken wie Hurrikane, Erdbeben oder El-Niño-Stürme an den
Kapitalmarkt auslagern - haben deutlich angezogen. Auch wenn sie sich eher
an institutionelle Anleger wenden, gibt es Produkte für kleinere Abschnitte.
Fassen Sie diese besser nicht an.

Anstatt zu schärferen Klimaschutzmaßnahmen zu führen, bewirken die
wirtschaftlichen Folgen des starken El Niño und der marinen Hitzewelle in
den USA und Europa ironischerweise einen Rückzug und eine Aufweichung der
Klimaziele. Green Backlash!

Das Muster ist eindeutig: Je teurer die Klimaschäden im Alltag ankommen -
Ernteausfälle, Extremwetter, Versicherungsrisiken -, desto schneller
flüchten Regierungen in kurzfristige Entlastung, billige Energie und die
Hoffnung, die Physik möge sich bitte noch etwas gedulden.

Einzig die seit Dekaden als Klimakiller verteufelten Chinesen bewegen sich
zumindest in die richtige Richtung. Über den jüngsten Fünfjahresplan, dessen
Inhalt zu großen Teilen aus grüner Transformation besteht, hatten wir
bereits berichtet.

Wir hören von Trends in den USA, Portfolien umzuschichten. Weg von den
US-Küsten. Hin zu höheren Schadensschwellen bei Absicherungen. Immobilien,
Infrastruktur, Versicherung, Energieversorgung - irgendwann endet jede
Sonntagsrede. Dann kommt die Bilanz.

Wir glauben nicht, dass die Abkehr vom Klimaschutz angesichts der
eskalierenden Konsequenzen von langer Dauer sein kann. Langfristig würden
wir die teilweise abgestraften Unternehmen in diesem Bereich genauer
anschauen. Denn mit Autos wird das nix mehr.

Wie das Handelsblatt berichtete, fällt Deutschland im Weltmarktranking bei
Patenten vor allem bei neuen Technologien zurück. Zwischen 2000 und 2022 ist
der Anteil an international gültigen Patenten von 21,9 auf 15 Prozent
gefallen. Führend ist Deutschland vor allem bei Auto- und Verbrennerpatenten.
Der Ifo-Präsident Clemens Fuest hat dieses Dilemma einst als Midtech-Falle
bezeichnet.

Der böse Herr Habeck hat derweil bei der dänischen Investmentgesellschaft
Urban Partners angeheuert. Es geht um Stadtentwicklung.

"In unseren Städten entscheidet sich der Erfolg der großen Transformationen
unserer Zeit."

Von der großen Hatz auf den Minister, der sicher viele Fehler gemacht hat
ist nichts mehr übrig und Frau Reiche muss auch aufgrund von
EU-Entscheidungen vielfach sogar umsetzen was man vorher als "Klima-Diktat"
verteufelt hatte.

Davon konnten die Unionsparteien offensichtlich bisher nicht profitieren.
Wie man heute sieht. Aber davon hat vermutlich die sogenannte Alternative
profitiert.

Zu mwb:

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein von der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener Wertpapierdienstleister
mit Niederlassungen in Gräfelfing bei München, Hamburg, Hannover, Frankfurt
und Berlin. Das Unternehmen wurde 1993 gegründet. 1999 erfolgte der
Börsengang. Heute ist die mwb-Aktie (ISIN DE000A3EYLC7, WKN A3EYLC) an der
Börse München im Segment m:access notiert wie auch im Freiverkehr an den
Börsen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt (Basic Board), Hamburg und Stuttgart.
mwb ist in zwei Geschäftsbereichen aktiv: Wertpapierhandel und Corporates &
Markets. Im Wertpapierhandel betreut mwb gut 47.000 Orderbücher für deutsche
und internationale Wertpapiere. Dabei handelt es sich sowohl um Aktien als
auch um festverzinsliche Wertpapiere und offene Investmentfonds. Damit ist
mwb einer der größten Skontroführer in Deutschland.

Kontakt und weitere Informationen:

mwb Wertpapierhandelsbank AG
Kai Jordan
Kleine Johannisstrasse 4
D-20457 Hamburg
Tel: +49 40-360995-20
E-Mail: kjordan@mwbfairtrade.com

Disclaimer:

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist Herausgeber des vorliegenden
Dokumentes. Obwohl die Informationen in diesem Dokument aus Quellen stammen,
die die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG für zuverlässig erachtet,
kann für die Richtigkeit der Informationen in diesem Dokument keine Gewähr
übernommen werden.

Dieses Dokument stellt keinen Prospekt dar und ist nicht geeignet, als
Grundlage zur Beurteilung der in dem Dokument vorgestellten Wertpapiere
herangezogen zu werden. In diesem Dokument enthaltene Schätzungen und
Meinungen stellen ausschließlich der Beurteilungen der mwb fairtrade
Wertpapierhandelsbank AG, zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokumentes dar
und können zu jedem Zeitpunkt ohne vorherige Ankündigung geändert werden.

Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG oder ihre verbundenen Unternehmen
können von Zeit zu Zeit Bestände an den in diesem Dokument genannten
Wertpapieren oder an darauf basierenden derivaten Finanzinstrumenten halten,
können andere Dienstleistungen (einschließlich solcher als Berater) für
jedes in diesem Dokument genannte Unternehmen erbringen oder erbracht haben,
und können - soweit gesetzlich zulässig - die hierin enthaltenen
Informationen oder die Recherchen, auf denen sie beruhen, vor ihrer
Veröffentlichung verwendet haben.

Ein wie auch immer geartetes Beratungsverhältnis zwischen der mwb fairtrade
Wertpapierhandelsbank AG und dem Empfänger dieses Dokumentes wird durch die
Übersendung oder Weitergabe dieses Dokuments nicht begründet. Jeder
Empfänger muss eigene Anstrengungen unternehmen und Vorkehrungen zu treffen,
um die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit einer Anlageentscheidung unter
Berücksichtigung seiner persönlichen und wirtschaftlichen Belange zu prüfen.
Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG haftet weder für Konsequenzen aus
dem Vertrauen auf in diesem Dokument enthaltenen Meinungen oder Aussagen
noch für Unvollständigkeiten in diesem Dokument. Jede US-Person, die dieses
Dokument erhält und Transaktionen mit hierin genannten Wertpapieren tätigen
möchte, ist verpflichtet, dies durch einen in den USA zugelassenen
Dienstleister zu tun.

---------------------------------------------------------------------------

08.07.2026 CET/CEST Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht,
übermittelt durch EQS News - ein Service der EQS Group.
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate
News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen.
Originalinhalt anzeigen:
https://eqs-news.com/?origin_id=669f107a-79ef-11f1-8534-027f3c38b923&lang=de

---------------------------------------------------------------------------

Sprache: Deutsch
Unternehmen: mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG
Rottenbucher Straße 28
82166 Gräfelfing
Deutschland
Telefon: +49 (0)89 858 52-305
Fax: +49 (0)89 858 52-5 05
E-Mail: investor-relations@mwbfairtrade.com
Internet: www.mwbfairtrade.com
ISIN: DE000A3EYLC7
WKN: A3EYLC
Börsen: Freiverkehr in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München
(m:access), Stuttgart, Tradegate BSX
EQS News ID: 2361764

Ende der Mitteilung EQS News-Service
---------------------------------------------------------------------------

2361764 08.07.2026 CET/CEST

°

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG

WKN A3EYLC ISIN DE000A3EYLC7