WDH/ROUNDUP: Ifo-Geschäftsklima verbessert sich - Iran-Krieg bleibt Risiko
(Wiederholung mit fehlendem Buchstaben in "Geschäftsklima" in der Überschrift.)
MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli den dritten Monat in Folge von den Dämpfern infolge des Iran-Kriegs erholt. Das Ifo-Geschäftsklima stieg um 0,9 Punkte auf 86,6 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut am Montag in München mitteilte. Das Geschäftsklima hat sich etwas stärker als erwartet verbessert. Analysten waren im Schnitt von einem Anstieg auf 86,0 Punkte ausgegangen. "Trotz der unsicheren Lage am Persischen Golf zeigt sich die deutsche Wirtschaft weniger pessimistisch", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.
Gestützt wurde der Indikator durch die verbesserten Erwartungen der Unternehmen. Der Erwartungsindikator stieg um 2,4 Punkte auf 86,7 Punkte. Volkswirte hatten hingegen einen leichten Rückgang erwartet. Die aktuelle Lage wurde hingegen schlechter bewertet. Die Lagebeurteilung sank um 0,5 Punkte auf 86,5 Punkte. Hier war hingegen ein leichter Anstieg erwartet worden.
Im Dienstleistungssektor verbesserte sich die Stimmung. Auch im Handel hellte sich das Geschäftsklima erneut auf. Insbesondere die Einzelhändler seien weniger pessimistisch gewesen. Im Bauhauptgewerbe stieg der Indikator ebenfalls. Es würden weniger Bauunternehmen über fehlende Aufträge klagen.
Nach Einschätzung von Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ist die Aussagekraft allerdings beschränkt. "Der deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas ist nur bedingt aussagefähig, weil die meisten Unternehmen die Umfrage vor dem massiven Ölpreisanstieg der beiden letzten Wochen beantwortet haben", heißt es in einem Kommentar.
"Aber zumindest zeigt der Anstieg, welches Erholungspotential vorhanden ist, falls sich die USA und der Iran einigten und die Straße von Hormus dauerhaft geöffnet würde." Krämer erwartet, dass die Konjunktur auch im zweiten Halbjahr unter den hohen Energiepreisen leiden dürfte, da der Weg zu einer Verständigung "lang und holprig" werden dürfte.
"Vor allem die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung dürften den Optimismus vieler Unternehmen gestärkt haben", kommentierte Marc Schattenberg, Volkswirt bei der Deutschen Bank. Ein Wermutstropfen sei die leichte Eintrübung in der Lagebeurteilung. "Die jüngste Eskalation im Persischen Golf und der damit verbundene erneute Anstieg der Öl- und Gaspreise dürften hier belastet haben und bleiben auch für die kommenden Monate ein Risiko."/jsl/mis