dpa-AFX Compact

Hausärzte warnen: Versorgung gerät zunehmend unter Druck

10.09.2026
um 11:25 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Der Verband der Hausärztinnen- und Hausärzte fordert schnelle Reformen zur Stabilisierung der hausärztlichen Versorgung. Der frisch vereidigte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) habe zwar bis zum Ende der Legislaturperiode zweieinhalb Jahre Zeit, müsse aber jetzt handeln, sagte der Co-Bundesvorsitzende des Verbands, Markus Blumenthal-Beier, in Berlin. Andernfalls drohe in Teilen Deutschlands ein Zusammenbruch der hausärztlichen Versorgung. "Wir sind in unseren Praxen durchgeschüttelt, die Situation ist unübersichtlich und es bestehen viele Ängste", sagte Blumenthal-Beier.

Angst vor schlechterer Versorgung

Wie groß der Druck auf die hausärztliche Versorgung inzwischen ist, zeigt nach Angaben des Verbands eine von ihm in Auftrag gegebene Befragung des Instituts Civey. Demnach gaben 44 Prozent der Befragten an, dass sich die Versorgung in ihrer Region innerhalb der vergangenen fünf Jahre verschlechtert habe. Nur 13 Prozent sahen eine Verbesserung. Für die Erhebung wurden 5.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland online befragt. Der Befragungszeitraum war vom 25. August bis 27. August 2026. Die Umfrage ist nach Angaben des Instituts repräsentativ.

Mit Blick auf die Sparmaßnahmen der Bundesregierung warnte der Verband vor weiteren Verschlechterungen. 62 Prozent der Befragten erwarten längere Wartezeiten, 60 Prozent weniger Zeit für Patientinnen und Patienten. Jeweils etwa die Hälfte rechnet mit einem erschwerten Zugang zu Hausarztpraxen und einer schlechteren Behandlungsqualität. Zu den Forderungen des Verbands an den Gesundheitsminister gehören deshalb eine stärkere Rolle der Hausärzte, weniger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für die Praxen./lea/DP/men