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Aktien Europa: Ölpreisrückgang treibt Erholung voran - SMI auf Rekordhoch

27.07.2026
um 12:21 Uhr

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben ihre bereits am Freitag begonnene Erholung zum Wochenstart fortgesetzt. Der Schweizer SMI kletterte am Montag sogar auf ein Rekordhoch. Auslöser der wieder zunehmend entspannten Stimmung an den Börsen waren die weiter deutlich sinkenden Ölpreise, nachdem die Vereinigten Staaten ihre Angriffe gegen den Iran vorerst beendet haben. Auch der Iran signalisierte, seine Angriffe vorerst auszusetzen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann zur Mittagszeit 1,2 Prozent auf 6.357 Punkte, nachdem er am Freitag in ähnlicher Größenordnung zugelegt hatte.

Außerhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI um 0,6 Prozent auf 14.413 Punkte an. Am Morgen hatte er noch bei etwas unter 14.470 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Der britische FTSE 100 stieg zuletzt um 0,5 Prozent auf 10.785 Punkte.

Angesichts der sinkenden Ölpreise schalteten die Anleger wieder in den "Risk-on-Modus", kommentierte Marktanalyst Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Die internationale Entspannung sorgt für Rückenwind."

Während die Öl- und Gasbranche am schwächsten in Europa war, waren vor allem die Auto-, die Reise- und die Technologiebranche wieder besonders gefragt. Favorit aber war der Einzelhandelssektor. Hier ragten vor allem das Papier von Inditex hervor, das von einer Hochstufung der Barclays-Bank profitierte.

Analyst Matthew Clements hob sein Kursziel auf 62,50 Euro an und stufte die Aktie des Zara-Mutterunternehmens auf "Overweight" hoch. Die Bewertung sei inzwischen wieder auf einem angemessenen Niveau. Zudem lobte er die Preisgestaltungsmacht und Lagerbestandssteuerung des spanischen Bekleidungsherstellers im inflationsgeprägten Umfeld. Die Aktie gewann als einer der Favoriten im EuroStoxx 3,3 Prozent.

Nach der Veröffentlichung von Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2026/27 sowie einer Erhöhung der Prognose für das operative Jahresergebnis nach Leasingverträgen gewann das Papier von Vodafone in London 4,7 Prozent. Außerdem übertraf der britische Telekomkonzern unter anderem wegen des Wachstums im Deutschland-Geschäft mit seinen Service-Umsätzen die Erwartungen. Analyst Robert Grindle von Deutsche Bank Research bekräftigte nach dem Zwischenbericht seine Anlageempfehlung "Buy" mit Kursziel 150 Pence.

Astrazeneca gab ebenfalls Quartalszahlen bekannt. Der Pharmakonzern profitierte von steigenden Verkäufen von Krebsmedikamenten und Arzneimitteln für seltene Krankheiten. Dies konnte den Gegenwind aus dem Patentverlust für das Mittel Farxiga in den USA mehr als ausgleichen. Analyst JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach von "soliden" Zahlen. Umsatz und operatives Ergebnis im Kerngeschäft hätten den Markterwartungen entsprochen. Wegen eines niedrigeren Steuersatzes habe der Kerngewinn je Aktie zudem positiv überrascht./ck/mis

Infront EU 50

WKN 965814 ISIN EU0009658145

Infront Frankreich

WKN 969400 ISIN FR0003500008

Infront GB 100

WKN 969378 ISIN GB0001383545

Infront Schweiz

WKN 969000 ISIN CH0009980894