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Lieferanten gewähren Firmenkunden mehr Zeit für Rechnungszahlung

03.08.2026
um 12:56 Uhr

NEUSS (dpa-AFX) - In den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen räumen Lieferanten ihren Kunden immer mehr Zeit zum Bezahlen ein. Dies geht aus einer neuen Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die auf der Auswertung von vier Millionen Rechnungen beruht.

Demnach forderten die Lieferanten im 1. Halbjahr 2026 von ihren Kunden im Durchschnitt eine Begleichung der Rechnung innerhalb von 32,21 Tagen. "Das waren 0,75 Tage mehr als im Vorjahreszeitraum und gut zwei Tage mehr als noch im Jahr 2023", berichtete Creditreform in Neuss.

Studie: Nahost-Krise sorgt für höhere Material- und Kraftstoffpreise

Lieferanten hätten ihre Zahlungsfristen im Zuge der angespannten Wirtschaftslage ausgeweitet, erklärte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung Patrik-Ludwig Hantzsch. "Vor allem die sprunghaft gestiegenen Material- und Kraftstoffpreise infolge der Eskalation im Nahen Osten belasteten in den vergangenen Monaten viele Unternehmen. Hier war ein Entgegenkommen der Kreditgeber erforderlich."

Von der Ausweitung der Zahlungsfristen würden allerdings häufig nur große, bonitätsstarke Abnehmer profitieren, die gegenüber ihren Lieferanten eine starke Verhandlungsposition hätten. So sei Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten durchschnittlich ein Zahlungsziel von 35,51 Tagen gewährt worden, drei Tage mehr als noch 2023. Kleinunternehmen mit höchstens 50 Beschäftigten sei dagegen lediglich eine Zahlungsfrist von 26,37 Tagen eingeräumt worden.

Nur in Chemiebranche müssen Kunden jetzt zügiger zahlen

Verlängert worden seien die Fristen zur Begleichung von Rechnungen zuletzt vor allem für Unternehmen aus dem Einzelhandel, dem Konsumgüterbereich und der Logistikbranche. In der Chemie-/Kunststoffbranche wurden die laut Creditreform traditionell großzügigen Zahlungsziele dagegen leicht verkürzt. Mit einem Zahlungsziel von 40,51 Tagen führt die Branche die Liste aber weiterhin an./tob/DP/stw