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EQS-News: Crédit Mutuel Asset Management: Humanoide Roboter: Nur Innovation oder bereits Paradigmenwechsel? (deutsch)

27.08.2026
um 08:55 Uhr

Crédit Mutuel Asset Management: Humanoide Roboter: Nur Innovation oder bereits Paradigmenwechsel?

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EQS-News: La Française Group / Schlagwort(e): Nachhaltigkeit/Nachhaltigkeit
Crédit Mutuel Asset Management: Humanoide Roboter: Nur Innovation oder
bereits Paradigmenwechsel?

27.08.2026 / 08:55 CET/CEST
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Humanoide Roboter: Nur Innovation oder bereits Paradigmenwechsel?

Von Marc Anis Hanna, Credit und ESG Research Analyst, Crédit Mutuel Asset
Management

Crédit Mutuel Asset Management ist eine Asset-Management-Gesellschaft der
Groupe La Française, dem Asset-Management-Zweig der Crédit Mutuel Alliance
Fédérale.

Der Wettlauf um die Entwicklung humanoider Roboter steht erst am Anfang. Für
Investoren wird die Herausforderung darin bestehen, jene Unternehmen zu
identifizieren, die sich als künftige Marktführer in dieser neuen
Wertschöpfungskette etablieren können. Gleichzeitig gilt es, die
technologischen, gesellschaftlichen und geopolitischen Risiken
einzuschätzen, die das Tempo und das Ausmaß der Entwicklung und Einführung
dieser Technologien bestimmen könnten.

Lange Zeit galten humanoide Roboter lediglich als technologische Kuriosität.
Mittlerweile entwickeln sie sich jedoch zu einem der prägenden
Industrietrends des Jahres 2026. Ähnlich wie künstliche Intelligenz (KI)
haben sie das Potenzial, die Arbeitswelt durch die Automatisierung
körperlicher Aufgaben, Entscheidungsprozesse und Routineaufgaben zu
verändern. Humanoide Roboter sind Teil einer umfassenderen
Automatisierungswelle, die sowohl die kognitiven als auch die körperlichen
Arbeitsabläufe verändert. Das Zusammenspiel von KI und Robotik hat
weitreichende wirtschaftliche, gesellschaftliche und geopolitische
Auswirkungen.

Aufstrebende Technologie von strategischer Bedeutung

Die Bedeutung humanoider Roboter liegt nicht nur in ihrem menschenähnlichen
Aussehen, sondern auch in ihrer Fähigkeit, in für Menschen konzipierten
Umgebungen zu arbeiten, eine Vielzahl von Objekten zu handhaben und Aufgaben
auszuführen, die für herkömmliche Roboter nach wie vor eine Herausforderung
darstellen. Sie können daher in Fabriken und Lagerhäusern eingesetzt werden,
ohne dass größere infrastrukturelle Änderungen oder kostspielige
Nachrüstungen erforderlich sind.

Doch die Begeisterung für diese Technologie stößt nach wie vor auf
anspruchsvolle industrielle Realitäten. Präsentationen sind eine Sache,
Massenproduktion jedoch eine ganz andere. Präzision, Sicherheit, Ausdauer
und Zuverlässigkeit stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Solange
diese Hürden nicht überwunden sind, werden humanoide Roboter wohl eher
ergänzende Hilfsmittel bleiben als weit verbreitete Ersatzkräfte für
menschliche Arbeitskräfte.

Symbolische Meilensteine

Im April 2026 absolvierte ein humanoider Roboter den Pekinger Halbmarathon
in 50 Minuten - im Vergleich zu 2 Stunden und 40 Minuten [1], die der
Siegerroboter 2025 benötigte. Diese Leistung verdeutlicht die rasanten
Fortschritte in den Bereichen Fortbewegung, Gleichgewicht und autonome
Navigation.

Eine weitere bemerkenswerte Demonstration fand im Mai 2026 statt, als die
humanoiden Roboter von Figure AI mehr als 249.000 [2] Pakete 200 Stunden
lang ununterbrochen und ohne nennenswerte Zwischenfälle sortierten. Der Test
verdeutlicht, wie bestimmte repetitive Aufgaben mittlerweile über längere
Zeiträume hinweg mit zunehmender Zuverlässigkeit ausgeführt werden können.

Die Industrie - das erste große Testfeld

Der naheliegendste Anwendungsbereich für humanoide Roboter ist kurzfristig
die Industrie, insbesondere in den Bereichen Montage, Logistik und
Materialtransport. Renault hat "Calvin", einen gemeinsam mit Wandercraft
entwickelten Roboter, in seinem Werk im französischen Douai eingesetzt. Bis
2027 sollen 350 humanoide Roboter [3] in den Werken des Unternehmens zum
Einsatz kommen. BMW setzt nach einer zehnmonatigen Testphase mit "Figure 02"
nun 40 "Figure 03"-Roboter in seinen US-Werken ein [4]. Ziel ist es,
körperlich anstrengende Aufgaben zu reduzieren, die Produktivität zu
steigern und den Arbeitskräftemangel zu beheben.

Ein weltweiter Wettlauf, angeführt von China

Die Investitionen in diesem Sektor nehmen rasant zu. China bereitet einen
Fonds vor, mit dem in den nächsten 20 Jahren fast 120 Mrd. Euro [5] für
Robotik und KI mobilisiert werden sollen. Mit fast 150 Unternehmen, auf die
90 % [6] der weltweiten Produktion humanoider Roboter entfallen, scheint
China derzeit in diesem Sektor führend zu sein. Tatsächlich hat Morgan
Stanley seine Prognose für die Auslieferungen humanoider Roboter in China im
Jahr 2026 von 14.000 auf 50.000 [7] angehoben.

Peking betrachtet die humanoide Robotik neben KI, Batterien und
Elektrofahrzeugen als strategische Technologie. Chinas Vorteil liegt in
seinem hochentwickelten industriellen Ökosystem, seiner umfangreichen
Lieferantenbasis und der starken staatlichen Unterstützung.

Die USA bleiben weiter im Rennen - mit Tesla und Boston Dynamics als
wichtigste Akteure. Tesla hat Investitionen in Höhe von 20 Mrd. US-Dollar
[8] in KI und Robotik angekündigt, angeführt von seinem Flaggschiff, dem
humanoiden Roboter "Optimus".

Auch Japan verstärkt seine Anstrengungen, angetrieben durch eine gravierende
demografische Herausforderung: Bis 2030 werden dort voraussichtlich 10
Millionen [9] offene Stellen entstehen. Das Land investiert massiv - rund 6
Mrd. US-Dollar - in KI-Anwendungen für die physische Welt, mit dem Ziel, bis
2040 10 Millionen [10] "intelligente" Roboter einzusetzen.

Europa hingegen hinkt in den Bereichen physische KI, Softwareplattformen und
Zugang zu umfangreichen Finanzmitteln hinterher. Da der Einsatz humanoider
Roboter zunimmt - angetrieben durch einen starken Rückgang der
Produktionskosten von 1 Million Euro vor fünf Jahren auf heute weniger als
50.000 Euro [11] -, wird die Datenhoheit zu einem entscheidenden Thema.
Diese Roboter erfassen kontinuierlich Bilder und Töne und speisen damit
immer ausgefeiltere KI-Modelle. Ohne ein starkes, eigenständiges Industrie-
und Cloud-Ökosystem läuft Europa Gefahr, dass diese Daten von ausländischen
Akteuren erfasst und ausgenutzt werden. Andere Nationen haben bereits
Maßnahmen ergriffen. So hat beispielsweise die Trump-Regierung kürzlich den
Import von "modernen Robotergeräten" verboten und argumentiert, diese
stellten "inakzeptable Risiken für die nationale Sicherheit" dar.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen: eine politische Herausforderung

Humanoide Roboter werden nicht krank, gehen nicht in Rente und machen keine
Pausen; manche können sogar ihre eigenen Batterien austauschen. Diese
Aussicht schürt Sorgen um Arbeitsplätze und damit auch um die Finanzierung
der Sozialsysteme.

Die Robotik stellt eine industrielle Revolution dar, die mit der durch das
Automobil ausgelösten vergleichbar ist. Ihre Entwicklung wird von mehreren
starken strukturellen Trends vorangetrieben, die alle Druck auf die
Produktivitätssteigerung und den zunehmenden Wettbewerb ausüben. Einer
aktuellen Schätzung zufolge könnten bis zum Jahr 2050 weltweit bis zu 1
Milliarde [12] humanoide Roboter zum Einsatz kommen.

Die Debatte lässt sich jedoch nicht allein auf den möglichen Verlust von
Arbeitsplätzen reduzieren. Kurzfristig heben die Unternehmen vor allem die
Vorteile hervor, die sich aus der Verringerung körperlich anstrengender
Arbeit, der Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz und der Steigerung
der Produktivität ergeben. Die eigentliche gesellschaftliche Herausforderung
wird darin bestehen, wie diese Produktivitätsgewinne verteilt werden. Werden
sie in erster Linie den Unternehmen, den Verbrauchern und den Aktionären
zugutekommen, oder werden auch die Beschäftigten durch bessere
Arbeitsbedingungen und höhere Löhne davon profitieren?

La Française Pressekontakt

La Française Systematic Asset Management GmbH
Bianca Tomlinson
Neue Mainzer Straße 80
60311 Frankfurt
Tel. +49 (0)69 975743 03
bianca.tomlinson@la-francaise.com
https://www.la-francaise-systematic-am.com

Heidi Rauen +49 69 339978 13 | hrauen@dolphinvest.eu

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Erstellt am 24.08.2026. Dieser Kommentar dient ausschließlich zu
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unter der Nr. 18673 beaufsichtigt und bei ORIAS (www.orias.fr) unter der Nr.
13007808 am 4. November 2016, eine Tochtergesellschaft von La Française.
Crédit Mutuel Asset Management: 128 Boulevard Raspail, 75006 Paris, ist eine
von der Autorité des Marchés Financiers unter der Nr. GP 97 138 zugelassen
und seit dem 11. April 2025 bei ORIAS (www.orias.fr) unter der Nr. 25003045
registriert. Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 3.871.680 EUR, RCS Paris
Nr. 388 555 021.

[1] Reuters, April 2026: Humanoide Roboter überholen Menschen beim
Halbmarathon in Peking und zeigen damit rasante Fortschritte | Reuters

[2] Le Parisien, Mai 2026: VIDEO. 200 Stunden Nonstop-Arbeit: Diese
humanoiden Roboter machen Millionen von Arbeitnehmern Angst - Le Parisien

[3] Les Echos, Juni 2026: 350 Roboter sollen bald bei Renault zum Einsatz
kommen, langfristig sollen "Zehntausende" von Wandercraft produziert werden:
Calvin, der humanoide Roboter mit großen Ambitionen - Les Echos

[4] BMW, Februar 2026: Die BMW Group wird erstmals humanoide Roboter in
ihren Produktionswerken in Deutschland einsetzen

[5] Le Monde März 2026: Humanoide bleiben im Rennen

[6] Morgan Stanley Juni 2026: Morgan Stanley erhöht aufgrund zunehmender
Akzeptanz die Prognose für den Absatz humanoider Roboter in China

[7] Morgan Stanley Juni 2026: Morgan Stanley erhöht aufgrund zunehmender
Akzeptanz die Prognose für den Absatz humanoider Roboter in China

[8] Le Monde März 2026: Humanoide bleiben im Rennen

[9] Le Figaro Juli 2026: Japan verspricht, bis 2040 10 Millionen
"intelligente Roboter" einzusetzen

[10] Le Figaro Juli 2026: Japan verspricht, bis 2040 10 Millionen
"intelligente Roboter" einzusetzen

[11] Les Echos, März 2026: Humanoide Roboter: "Es besteht nach wie vor eine
Kluft zwischen den auf YouTube gezeigten Fähigkeiten und den Anforderungen
der Industrie" - Les Echos

[12] Morgan Stanley Mai 2025: Der Markt für humanoide Roboter wird bis 2050
voraussichtlich ein Volumen von 5 Billionen US-Dollar erreichen | Morgan
Stanley

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