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Italien schrumpft: Fast vier Millionen Einwohner weniger bis 2050

31.08.2026
um 16:02 Uhr

ROM (dpa-AFX) - Italiens Bevölkerung wird in den kommenden Jahrzehnten deutlich schrumpfen. Bis 2050 dürfte das Land fast vier Millionen Einwohner verlieren, wie aus neuen Prognosen des Statistikamts Istat hervorgeht. Die Zahl der Einwohner sinkt demnach von 58,9 Millionen (Anfang 2025) auf 55 Millionen im Jahr 2050. Bis 2080 wird ein Rückgang auf 45,8 Millionen erwartet.

Grund für den Rückgang ist nach Istat-Angaben vor allem die negative natürliche Bevölkerungsentwicklung: Auf die vergleichsweise wenigen Geburten kommen immer mehr Sterbefälle. Zwar könne Zuwanderung den Rückgang teilweise abfedern, sie reiche aber nicht aus, um ihn auszugleichen, hieß es.

Jedes Jahr neue Niedrig-Rekorde

Die Zahl der Geburten geht in Italien seit mehreren Jahren kontinuierlich zurück. Vergangenes Jahr sind so wenig Kinder zur Welt gekommen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs - nur noch 355.000 Geburten verzeichnete Istat 2025. Der Statistik nach bekommt eine Frau in Italien damit 1,14 Kinder.

Die niedrige Geburtenrate in dem einst so kinderreichen Land gehört seit langem zu Italiens großen Problemen. In Europa liegt die Rate nur in wenigen Ländern wie Spanien und Malta noch niedriger. In Deutschland lag die Geburtenrate laut Statistischem Bundesamt 2025 bei 1,32 Kindern pro Frau.

Meloni wollte Geburtenrate fördern

Istat geht dem jüngsten Bericht zufolge davon aus, dass die jährliche Zahl der Geburten voraussichtlich bis 2030 weitgehend stabil bleiben wird. Bis 2050 werde sie aber auf 335.000 zurückgehen. Für die Zahl der jährlichen Todesfälle prognostiziert das Statistikamt mit Sitz in Rom konstant steigende Tendenzen.

Der demografische Wandel wird Italiens Wirtschaft auf Dauer schwer belasten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte in ihrer ersten Regierungserklärung die Förderung der Geburtenrate zu einem politischen Ziel ihrer rechten Regierung zu machen, sie setzte eine "Geburtenministerin" ein. Der Abwärtstrend setzt sich aber auch nach fast vier Jahren im Amt unter ihrer Regierung fort./rme/DP/stw