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Gelb und Rot: Ukraine gibt sich neue Regeln für Luftalarm

02.09.2026
um 20:39 Uhr

KIEW (dpa-AFX) - Wegen der fast pausenlosen russischen Drohnen- und Raketenangriffe auf Kiew ändert die Ukraine die Regeln für Luftalarme. Künftig solle es eine Alarmstufe Gelb geben, wenn beispielsweise eine Drohne im Anflug sei, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einer Beratung mit der Regierung mit. Alarmstufe Rot bedeute einen Angriff mit ballistischen Raketen oder eine massive Attacke anderer Art. Entsprechend würden auch verschiedene Sirenensignale entwickelt.

Neue Taktik russischer Luftangriffe

Erfolgten die russischen Luftangriffe bislang meistens nachts, haben die Moskauer Truppen ihre Taktik zuletzt geändert: Rund um die Uhr greifen einzelne Kampfdrohnen oder kleine Gruppen die ukrainische Hauptstadt an. Dazu kommen alle zwei bis drei Tage Angriffe mit ballistischen Raketen, denen die Ukraine derzeit nur wenig entgegenzusetzen hat.

In Kiew herrschte am Mittwoch bis zum Abend neunmal Luftalarm. Das öffentliche Leben kommt unter diesen Umständen fast zum Erliegen, Betriebe können nicht arbeiten, der öffentliche Nahverkehr muss stoppen, vor allem die U-Bahn. Hauptziel der Änderungen sei, "den Menschen und Unternehmen in der Ukraine mehr Planungssicherheit zu geben und ihnen ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, wie sie in den jeweiligen Situationen reagieren sollen", schrieb Selenskyj auf dem Portal X.

Blick auf die staatliche Warn-App

Bei Alarmstufe Gelb soll eine Kiewer U-Bahnlinie künftig weiter in die Hochhaussiedlungen auf dem Ostufer des Dnipro fahren dürfen, eine andere stellt auf Busverkehr um. Für die Menschen in Kiew und anderen Teilen der Ukraine bestimmen die Alarmmeldungen der offiziellen Warn-App den Alltag. Fast alle nutzen daneben weitere Informationskanäle, um zu erfahren, welche Art von Gefahr aktuell aus der Luft droht./fko/DP/he