Merz hält nach Wahldebakel an Reformkurs fest
BERLIN (dpa-AFX) - Kanzler Friedrich Merz hält nach dem Wahldebakel seiner CDU in Sachsen-Anhalt an den Reformplänen im Bund fest, will dafür aber stärker um Rückhalt werben. Seine Entschlossenheit, den Reformkurs fortzusetzen, sei ungebrochen, sagte der Parteichef nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Er wisse aber, dass man mehr tun müsse, als sie nur mathematisch und volkswirtschaftlich zu begründen. "Wir müssen versuchen, ich selbst auch, die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen."
Merz sagte: "Ich weiß, dass auch meine Person Dauerthema in diesem Wahlkampf war." Dies gelte ebenso für die Reformen. Er wolle deswegen alle Anstrengungen darauf richten, in der Koalition zusammen mit der SPD eine neue, bessere Erzählung, einen besseren Überbau zu ermöglichen, warum man diese Reformen für notwendig und für richtig halte.
Rüge für Fraktionsvize
Mit Blick auf den Wahlkampf der CDU in Sachsen-Anhalt rügte der Parteichef das Agieren von Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU), ohne ihn namentlich zu nennen. Merz berichtete, er habe in den Parteigremien darauf hingewiesen, "dass es niemand von uns verstanden hat, dass wenige Tage vor dem Wahltermin ein stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion dem eigenen Spitzenkandidaten so in den Rücken fällt, wie das drei Tage vor der Wahl bis zum gestrigen Tag anhaltend geschehen ist."
Der aus Sachsen-Anhalt stammende Müller hatte am 4. September im "Politico"-Podcast "Berlin Playbook" gesagt, sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann habe AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen Regierungsbildungsauftrag./sam/DP/jha