Pressestimme: 'Die Rheinpfalz' zu Merz
LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - "Die Rheinpfalz" zu Merz:
"Einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stellte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor die Presse und erklärte, man müsse die Menschen stärker 'in ihrer Emotionalität' erreichen. Damit beschreibt er den letzten und vielleicht schwerwiegendsten Bruch mit der Ära Merkel. Angela Merkel (CDU) hatte als Kanzlerin ein Wort für eine Argumentation, die Politik nicht auf der Sach-, sondern auf der Gefühlsebene verhandelt: postfaktisch. Es war das Gegenteil ihres Politikansatzes. Wie eine postfaktische Kommunikation aussehen könnte, hat Merz im Bundestag gezeigt, als er der AfD vorwarf, 'ethnische Säuberungen' zu planen. Das lässt sich faktisch kaum belegen, bedient aber ein Gefühl. Postfaktische Politik ist populistische Politik, und der Populismus hat in Deutschland einen schlechten Ruf. Wenn Populismus aber bedeutet, die Sorgen der Menschen stärker zu adressieren, kann er auch etwas Gutes sein. Die CSU macht damit seit vielen Jahrzehnten relativ erfolgreich Politik."/yyzz/DP/stw