Palästinenser bei Armeeeinsatz im Westjordanland getötet
TEL AVIV/RAMALLAH (dpa-AFX) - Bei einem Einsatz der israelischen Armee im besetzten Westjordanland ist palästinensischen Angaben zufolge ein Mann getötet worden. Der 54 Jahre alte Palästinenser sei durch Schüsse israelischer Soldaten in der Stadt Al-Bira bei Ramallah ums Leben gekommen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah mit.
Israels Militär sagte am Vormittag auf Anfrage, der Mann habe bei einem Einsatz versucht, einem israelischen Soldaten eine Waffe zu entreißen. Dieser habe daraufhin auf den Palästinenser geschossen und ihn dabei getroffen.
Palästinensische Medien berichteten unter Berufung auf die Familie des Mannes dagegen, israelische Soldaten hätten ihn gezielt getötet. Den Angaben zufolge waren sie zuvor in das Haus des Palästinensers und in das seines Bruders nebenan gedrungen. Den Berichten zufolge nahmen Israels Einsatzkräfte dabei auch Familienmitglieder fest. Aus Israel gab es dafür zunächst keine Bestätigung.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet./cir/DP/stw