Eurozone: Inflationsrate steigt etwas weniger als erwartet
LUXEMBURG (dpa-AFX) - Die Inflation in der Eurozone ist im August etwas weniger gestiegen als zunächst erwartet. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 3,2 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Erneut gestiegene Energiepreise haben die Inflation angetrieben.
In einer ersten Schätzung war allerdings noch ein etwas stärkerer Anstieg auf 3,3 Prozent ermittelt worden. Im Juli hatte die Inflationsrate bei 2,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an. Die EZB hatte in der vergangenen Woche den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Es war die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr.
Im August hat sich der Anstieg der Energiepreise erneut beschleunigt. Hier meldet Eurostat ein Plus von 14,3 Prozent im Jahresvergleich. Hintergrund ist der anhaltende Krieg zwischen dem Iran und den USA. Eine nachhaltige Öffnung der Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Und damit stockt der Ölfluss weiterhin.
Beschleunigt hat sich auch der Preisauftrieb auch bei Industriegütern. Bei Dienstleistungen schwächte sich der Anstieg hingegen ab.
Im Vergleich zum Vormonat stieg das Preisniveau in der Eurozone im August um 0,4 Prozent. Hier wurde die erste Schätzung bestätigt. Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, gab etwas nach. Sie fiel von 2,5 Prozent im Vormonat auf 2,4 Prozent.
In Deutschland war die Inflationsrate laut dem europäischen Verbraucherpreisindex HVPI im August auf 2,9 Prozent gestiegen. Besonders hoch war die Inflation in Spanien, wo die Rate auf 4,6 Prozent stieg. In Italien kletterte sie auf 3,2 Prozent und in Frankreich auf 2,6 Prozent./jsl/jkr/stk