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ROUNDUP: Neue Gewalt im Westjordanland - Tote und Verletzte

20.09.2026
um 18:35 Uhr

TEL AVIV/RAMALLAH (dpa-AFX) - Kurz vor Beginn des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur eskaliert die Gewalt im Westjordanland. Die israelischen Streitkräfte teilten mit, Soldaten hätten einen Palästinenser getötet, der versucht habe, sie mit einem Auto zu rammen. Zudem kam laut Polizei ein Israeli durch Schüsse ums Leben.

Ein mutmaßlich palästinensischer Täter schoss offiziellen israelischen Angaben zufolge aus einem Auto heraus auf israelische Siedler in der Nähe der Siedlung Neve Tzuf nördlich der Stadt Ramallah im Westjordanland. Kurz darauf wurde er demnach von einem Soldaten angeschossen und floh verletzt vom Tatort. Später wurde er in einer Klinik festgenommen, wie das Militär mitteilte. Der israelische Militärchef Ejal Zamir sprach von einem "schweren Terroranschlag".

Im Westjordanland hatte es palästinensischen Angaben zufolge zeitweise wegen der Jagd auf den Mann heftige Staus gegeben. Demnach schloss die Armee alle Checkpoints in der Gegend.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unterdessen zwei verletzte Palästinenser nach einem Siedlerangriff im Westjordanland. Ein Mann sei am Kopf durch einen Stein verletzt worden, ein weiterer habe eine Stichwunde im Bein erlitten.

Gewalt im besetzten Westjordanland nimmt zu

Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet.

Radikale Siedler greifen immer wieder Palästinenser an

Zugleich hat die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser deutlich zugenommen. Dem israelischen Militär wird immer wieder vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen solche Angriffe vorzugehen oder sogar mit den Siedlern zu kooperieren. Warnungen vor einem neuen Palästinenseraufstand infolge der Siedlergewalt werden lauter. Allein in diesem Jahr wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 80 Palästinenser im Westjordanland getötet, etwa ein Viertel von ihnen durch Siedler.

Am Sonntagabend beginnt Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag. An Feiertagen nehmen die Spannungen im Westjordanland häufig noch einmal zu. Israels Generalstabschef Zamir sagte Armeeangaben zufolge, Israel habe vor Jom Kippur seine Truppen vor Ort verstärkt. Die Armee sei "in hoher Alarmbereitschaft"./cir/DP/zb