NRW-SPD-Spitzenkandidat Ott fordert Kurswechsel der Bundesregierung
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen, Jochen Ott, fordert nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern einen Kurswechsel der Bundesregierung. "Diese Koalition braucht einen Neustart", sagte er im Interview des "Handelsblatts".
"Den Leuten von montags bis freitags zu erzählen, was ihnen alles weggestrichen wird, ist nicht mehrheitsfähig", warnte der Oppositionsführer im NRW-Landtag. Er verglich das Verhalten des Bundeskanzlers mit dem des ehemaligen Bundestrainers Julian Nagelsmann nach einer Niederlage: "Augen zu und durch".
Ott: "Chaos-Tage in der Union" auch wegen Wüst-Spekulationen
Gewerkschaften, Arbeitgeber und Bundesregierung müssten sich über die großen Reformen einigen, empfahl Ott. Überdies seien untere und mittlere Einkommen stärker zu entlasten. Zudem sprach der sich dagegen aus, die Möglichkeit abzuschaffen, nach 45 Versicherungsjahren abschlagsfreie früher in Rente zu gehen ("Rente mit 63"). "Was die Kommission aufgeschrieben hat, ist schlicht zu undifferenziert", kritisierte der SPD-Politiker.
Schwere Vorhaltungen machte Ott NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU). "Das sind Chaos-Tage in der Union", meinte der Oppositionspolitiker. Wüst habe Spekulationen über einen Kanzlertausch laufenlassen: "Den damit verbundenen Schaden für die Autorität des Bundeskanzlers hat er bewusst in Kauf genommen."/beg/DP/nas