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APA ots news: FMA-Statistik: Pensionskassen und Vorsorgekassen steigern Vermögen im 2. Quartal auf insgesamt 57,1 Mrd.
Gesetzesnovelle im Nationalrat: Reform der betrieblichen
Altersvorsorge öffnet Pensionskassen ab 2028 für alle
Beschäftigten
Wien (APA-ots) - Die österreichischen Pensionskassen und Betrieblichen
Vorsorgekassen
sind im 2. Quartal aufgrund von Zuflüssen und einer positiven
Marktentwicklung weitergewachsen. Per 30. Juni stieg das verwaltete
Vermögen der Pensionskassen um 5,9% auf 31,9 Milliarden, jenes der
Betrieblichen Vorsorgekassen um 5,7% auf 25,2 Milliarden. Das geht
aus der heute veröffentlichten Statistik der Finanzmarktaufsicht (FMA
) zur Quartalsentwicklung hervor.
Die Anzahl der Anspruchsberechtigen der Pensionskassen stieg im
2. Quartal auf rund 1,148 Millionen Personen leicht an. Die Zahl
derjenigen, die eine Pensionsleistung beziehen, wuchs auf 163.917
oder 14% der gesamten Berechtigten. Derzeit hat etwa ein Viertel der
unselbständig Erwerbstätigen in Österreich Anspruch auf eine Leistung
aus einer Pensionskasse. Beiträge zu einer Pensionskasse sind eine
freiwillige Leistung des Arbeitgebers.
Bei den Vorsorgekassen stieg die Anzahl der Anwartschaften (
inklusive Mehrfachanwartschaften bei verschiedenen BVK aufgrund von
Arbeitgeberwechseln) leicht auf 11,53 Millionen. Über die
Betrieblichen Vorsorgekassen erhalten alle Beschäftigten Ansprüche im
Rahmen der "Abfertigung Neu". Dies geschieht automatisch über den
Arbeitgeber, der jeden Monat 1,53% des Bruttogehalts in eine
Vorsorgekasse einzahlt.
"In der betrieblichen Altersvorsorge als der zweiten Säule des
Pensionssystems schlummert großes Potenzial für den österreichischen
Kapitalmarkt und für alle Beschäftigten, die für die Pension
zusätzlich vorsorgen wollen", erklärt FMA-Vorständin Mariana Kühnel .
Die FMA ist als integrierte Finanzmarktaufsicht auch zuständig für
die Pensions- und Vorsorgekassen.
Der österreichische Nationalrat berät am heutigen Mittwoch über
eine von der Bundesregierung vorgeschlagene Novelle der betrieblichen
Altersvorsorge. Diese ermöglicht ab 2028 potenziell allen
Beschäftigten Zugang zu einer Pensionskasse und setzt zusätzliche
Anreize, Mittel in der zweiten Säule des Pensionssystems zu
veranlagen. Auch für die FMA ergeben sich aus der Novelle neue
aufsichtliche Befugnisse , etwa im Bereich der Verbraucherinformation
und der Verwaltungskosten der Anbieter.
Künftig können alle Arbeitnehmer:innen ihre erworbenen
Abfertigungsanwartschaften kostenfrei in eine Pensionskasse
übertragen . Damit erhalten auch jene 75% der Beschäftigten, für die
der Arbeitgeber keinen Pensionskassenvertrag abgeschlossen hat, die
Chance einer lebenslangen steuerfreien Zusatzpension . Weiterhin wird
durch die Novelle die Möglichkeit geschaffen, die Pflichtbeiträge zur
Betrieblichen Vorsorgekasse in einer Vorsorge-
Veranlagungsgemeinschaft (VVG) zu veranlagen. Ziel ist es, den
Betroffenen höhere Renditen durch dynamischere Veranlagungen
zugänglich zu machen. Bei dieser Option entfällt die für die
"Abfertigung Neu" bisher geltende Kapitalgarantie, und die vorzeitige
Auszahlungsmöglichkeit bei Kündigungen.
Derzeit werden jährlich rund 1,1 Milliarden (etwa 5% des
verwalteten Vermögens) von den Vorsorgekassen ausgezahlt - vor allem
bei Arbeitgeberwechsel oder Pensionsantritt. Diese Mittel können in
Zukunft potenziell im System verbleiben : Durch Übertragung in eine
Pensionskasse, oder weil die Vorsorge-Veranlagungsgemeinschaft
gewählt wurde, die erst bei Pensionsantritt ausgezahlt werden darf.
Da die Option freiwillig ist, lässt sich derzeit schwer abschätzen,
wie viele Arbeitnehmer:innen sie wählen werden.
"Gute und verständliche Informationen und Aufklärung der
Arbeitnehmer:innen zu den neuen Optionen in der zweiten Säule des
Pensionssystems werden in den nächsten Monaten essenziell sein, damit
diese Chancen wahrgenommen werden", so FMA-Vorständin Mariana Kühnel
abschließend.
Die Quartalsberichte zu den Pensionskassen und zu den
Betrieblichen Vorsorgekassen sind auf der Website der FMA abrufbar.
Rückfragehinweis:
Finanzmarktaufsicht (FMA)
Boris Gröndahl
Telefon: +43 676 8824 9995
E-Mail: boris.groendahl@fma.gv.at
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